Wie erreicht man überparteilich einen Konsens, Natascha Sagorski?
Shownotes
In dieser Folge spreche ich mit Natascha Sagorski darüber, wie aus einer sehr persönlichen Erfahrung politische Veränderung entstehen kann. Nach ihrer eigenen Fehlgeburt hat sie erlebt, wie wenig Schutz, Verständnis und politische Aufmerksamkeit es für Betroffene gibt – und genau daraus ist ihr Engagement entstanden. Heute ist sie Gründerin von Familie sind Alle und eine der prägenden Stimmen hinter dem Kampf für den gestaffelten Mutterschutz nach Fehlgeburten.
Wir sprechen darüber, warum Fehlgeburten so lange als rein privates Thema behandelt wurden, was sich verändert, wenn Betroffene öffentlich darüber sprechen, und weshalb Nataschas Buch „Jede dritte Frau“ für sie selbst zu einem politischen Wendepunkt geworden ist. Im Gespräch geht es auch darum, wie sie mit Unterstützung von JoinPolitics ein überparteiliches Netzwerk aufgebaut hat und warum gerade diese Bündnisse entscheidend dafür waren, dass das Thema im parlamentarischen Betrieb nicht wieder versandet ist.
Besonders spannend finde ich an dieser Geschichte, dass sie auch viel darüber erzählt, wie Politik gelingt: nicht nur über Parteien und Ämter, sondern über Beharrlichkeit, klare Anliegen, Netzwerke und Menschen, die bereit sind, über politische Lager hinweg zusammenzuarbeiten. Dass der Bundestag den gestaffelten Mutterschutz am 30. Januar 2025 einstimmig beschlossen hat und die Regelung seit dem 1. Juni 2025 gilt, zeigt, was möglich ist, wenn politische Mehrheiten nicht nur taktisch, sondern inhaltlich gesucht werden.
Mit Natascha spreche ich deshalb nicht nur über Fehlgeburten, Familienpolitik und feministisches Netzwerken, sondern auch über eine größere Frage: Warum gelingt parteiübergreifende Zusammenarbeit so selten – und was können wir aus den Momenten lernen, in denen sie doch funktioniert?
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