Wie geht Kommunalpolitik, die etwas bewegt, Tini Hesse?
Shownotes
Wie schafft man es, dass Kommunalpolitik nicht nur aus endlosen Tagesordnungen und Papierbergen besteht, sondern dass sich das eigene Viertel wirklich sichtbar verändert? Darüber spreche ich mit Christina „Tini“ Hesse, Kultur- und Nachhaltigkeitsmanagerin und langjährige Fraktionsvorsitzende im Bezirksausschuss Sendling in München. Tini erzählt, wie sie mit einer achtköpfigen ehrenamtlichen Fraktion gestartet ist, welche Rolle Vertrauen, Augenhöhe und das bewusste Sichtbarmachen von Stärken im Team gespielt haben – und warum sie früh entschieden haben, nicht nur auf die Vorlagen der Verwaltung zu reagieren, sondern eigene Ziele zu formulieren. Anhand ganz konkreter Beispiele (Fahrradstellplätze, Spielplätze, Bücherschrank) zeigt sie, wie aus großen Träumen („ein fahrradfreundlicheres Viertel“) kleine, regelmäßige Schritte werden („pro Sitzung ein Antrag“) und wie eine einfache „Selbstbeweihräucherungswand“ dabei hilft, Motivation und Überblick zu behalten. Wir sprechen auch darüber, wie gute Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen gelingt, warum es oft klüger ist, gemeinsam zu feiern statt exklusiv „Wir haben das durchgesetzt“ zu sagen, und wie man Erfolge nach außen kommuniziert, ohne das Ehrenamt weiter zu überfrachten. Wenn du in Gemeinderat, Stadtrat, Bezirksausschuss oder einfach lokal engagiert bist und wissen willst, wie man mit begrenzten Ressourcen maximale Wirkung erzielt, ist diese Folge eine Einladung zum Abgucken. Weiterführende Informationen & Links: • Tini Hesse – persönliche Seite: https://christinahesse.de • Infos zum Bezirksausschuss Sendling: https://www.gruene-muenchen.de/ov-sendling/stadtteilpolitik/bezirksausschuss-6-sendling/
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00:00:00: Herzlich willkommen zur Zukunftschmiede.
00:00:01: Mein Name ist Julia Post, ich bin Landtagsabgeordneter aus München und ich bin überzeugt die Art und Weise wie wir Politik machen, die braucht trinken Update.
00:00:10: Und genau darüber sprechen wir heute mit Tini Hesse.
00:00:13: sie is ehrenamtliche Kommunalpolitikerin im Bezirksausschuss in Sendling im Münchner Süden.
00:00:21: Ich habe ja selbst in der Kommunalpolitik gestartet war erst mal im Vorstand von meinem Ortsverband, dann irgendwann da auch Sprecherin war im Vorstand von den Münchner Grünen und wurde dann in den Stadtrat gewählt.
00:00:34: Zwanzig zwanzig bevor ich jetzt seit zweieinhalb Jahren hier Abgeordnete im Landtag sein darf Und Ich fand es total spannend und ist auch der Grund warum ich Tini eingeladen habe.
00:00:45: wenn man in solche Gremien reinkommt Auch gerade im Ehrenamt Dann läuft ja doch vieles immer so ritualisiert ab und grade für Politik, da gibt es ja auch keine Ausbildung.
00:00:56: Das heißt alles ist so ein Learning by Doing und die Menschen, die schon Politik machen, die zeigen dir eben wie Politik so gemacht wird.
00:01:04: Da lernst du dein Handwerkszeug und das ist total spannend.
00:01:09: je nachdem auf wen du triffst geben dir diese Menschen natürlich auch einen Mindset mit oder auch wirklich Methoden, ein Handwerkzeug und meine Erfahrung nach ist es so dass man da erst mal sehr viel zuhört und lernt.
00:01:26: Und auch so das Gefühl hatte, ich habe ja selber gar keine Ahnung von Politik.
00:01:29: deshalb muss ich jetzt erstmal gucken wie machen die es hier?
00:01:32: Und sozusagen noch ganz viel lernen und sagen genau genau schauen wir das ein bisschen von euch ab.
00:01:39: Mir ging's dann aber irgendwann so dass ich halt bei vielen Punkten... Deshalb gibt sie auch diesen Podcast mir gedacht hab Ja!
00:01:45: Ich habe jetzt viel gelernt.
00:01:47: Aber beim manchen Pumpen bin ich nicht so damit einverstanden wie wir das machen würde es sozusagen gerne verändern und oft ist das eben so, dass man da erst sich später traut.
00:01:59: Dass man später auch vielleicht das System erst verstanden hat und eigene Ideen entwickeln kann, was man eigentlich konkret anders machen kann.
00:02:06: Und ich finde Tini hat in dem Gespräch, was ihr gleich hören werdet sehr viele gute konkrete Beispiele wie ihr vielleicht auch schon einen ganz anderen Start hinlegen könnt.
00:02:17: sie hat vor sechs Jahren im Ehrenamt Als Fraktionsvorsitzender im Bezirksausschuss begonnen.
00:02:23: Und viele von euch werben jetzt auch in Mandate starten, wir haben die Kommunalwahl hinter uns und erst mal herzlichen Glückwunsch wenn ihr gewählt wurdet!
00:02:33: Ich wünsche euch da ganz viel Freude in der neuen Aufgabe und wenn ihr eben neu reinkommt dann hat Tini für euch wirklich ganz viel Inspiration und Werkzeugkoffer wie ihr das angehen könnt und vielleicht die eine oder andere Abkürzung nehmen könnt.
00:02:51: Herzlich willkommen, liebe Teenie und ich darf dir zur Wiederwahl in den Bezirksausschuss erst mal gratulieren.
00:02:57: Dankeschön!
00:02:58: Toll
00:02:58: dass es wieder geklappt hat und wir haben uns ja neulich bei einer Veranstaltung.
00:03:03: da standen wir in der Schlange und sind dann auch so über mein Posting und meinen Zeitungsartikel so ins Gespräch gekommen und ich meine dann so naja irgendwie im politischen Betrieb sind wir oft sehr beschäftigt
00:03:17: und die
00:03:17: Frage wie viel wird eigentlich bewirken?
00:03:20: steht so im Raum, dann meintest du so nie finde
00:03:22: ich eigentlich nicht.
00:03:24: Dann habe ich aufgeheucht weil ich hab bisher immer nur so ja genau wie recht du doch hast Julia gehört und dann hast du mir so ein bisschen erzählt in den wenigen Minuten die wir zusammen standen wie du als Fraktionsvorsitzende die du jetzt in den vergangenen sechs Jahren im Bezirksausschuss warst deiner Fraktion So ein bisschen erzählt, was ihr denn da so anders gemacht habt.
00:03:46: Und das wollen wir in dieser Folge von dir unbedingt erfahren und uns ganz viel von dir und euch
00:03:50: abgucken.
00:03:52: Wie bist du das angegangen vor
00:03:53: sechs Jahren
00:03:54: als Fraktionsvorsitzender?
00:03:56: Und hast mit dieser Gruppe an Menschen gearbeitet?
00:03:59: wie bist du da
00:04:00: gestartet?
00:04:01: Ich glaube eine Sache die für den Staat Insuna-Gruppe, die ja eine spezielle Gruppe ist wertvoll es ganz am Anfang bewusst macht dass alle mit dem gleichen Recht in dieser Gruppe sind, also das alle ja über die Wählerschaft ausgewählt wurden und unabhängig eigentlich von ihrer Berufserfahrung.
00:04:23: Mitgliedschaft in Jahren, Vorerfahrungen ist es ein alter Hase oder ist es eine neue Person?
00:04:28: Die gleiche uneingeschränkte Berechtigung haben in der Gruppe mit voller Stimme zu sprechen.
00:04:35: Also so das Thema Wertschätzung der Diversität einer Gruppe.
00:04:38: Ich glaube, dass das wirklich wichtig ist und sinnvoll sich am Anfang klar zu machen.
00:04:43: Denn diese Fraktionen sind divers!
00:04:47: Da gibt es dann die, die ganz viel Erfahrung haben und eigentlich schon wissen wie das Ganze läuft... ...die anderen, die frisch reinkommen viele Ideen haben und gar nicht wissen, wie man sie einbringt.
00:04:57: Die Hintergründe sind unterschiedlich.
00:04:58: Die Berufe sowieso also ist ja immer sehr bunt.
00:05:01: Also tatsächlich eine Sache, die ich mit reingetragen habe in die Gruppe Das wir erst mal gucken was wir für Talente im Raum haben Und das war ein total schöner Moment, also zu sehen wie seit ihr vernetzt in welchen Vereinen seid ihr Mitglied?
00:05:16: Welche beruflichen Know House sind eigentlich hier im Raum?
00:05:21: und dann ist ja echt interessant.
00:05:24: Ich bin jetzt auch noch nicht tausend Jahre.
00:05:26: Das
00:05:27: war meine erste Amtszeit und ich war ehrlich gesagt ein bisschen überraschend so auf die Liste und da gleich reingewählt worden.
00:05:34: was ich super interessant finde ist das Merkmale oder Lebenserfahrungen, oder sogar Einschränkungen oder Dinge die in anderen Kontexten vielleicht sogar kritisch gesehen werden.
00:05:48: Oder auf jeden Fall kein Plusinn im politischen, also lokalpolitischen, dass es jetzt mein Erfahrungswert im lokal-politischen Kontext total wichtig sein können?
00:05:59: Ich gebe ein ganz kleines Beispiel.
00:06:01: Jemand der zum Beispiel schwergebehindert ist hat einen riesigen Erfahrungsschatz über den Stadtteil und überall die Hindernisse, die es im öffentlichen Raum gibt.
00:06:11: Und das kann eine unglaublich gute Quelle sein für ganz viele Anträge zur Verbesserung vor Ort.
00:06:18: Also wirklich das so rauszukitzeln, wie ist denn eigentlich alles im Raum?
00:06:21: Und welche Dinge wissen wir?
00:06:23: Das war tatsächlich ein Punkt mit dem ich gestartet habe.
00:06:26: Dass
00:06:26: ihr euch das als Gruppe erst mal bewusst macht und auch für alle transparent macht, welche Ressourcen sitzen hier sozusagen.
00:06:32: Ja.
00:06:33: Und ein zweiter Schritt bei dem ich das Gefühl hab der wird Auch im beruflichen Kontext und so oft übersprungen bei neuen Teams ist Vertrauensaufbau.
00:06:42: Das ist meiner Ansicht nach wirklich das Fundament von jeder Zusammenarbeit Und zu oft springen wir in die Themen, was müssen wir vorbereiten?
00:06:53: Was steht an und wie bereiten wir uns vor?
00:06:57: Wie macht man Anträge und all das?
00:07:01: Und überspringen dass wenn wir uns als Gruppe nicht gut verbinden werden wir das Potenzial nicht heben.
00:07:10: Und wir werden Konflikte haben und wir werden Leute haben, die sich vielleicht zurückziehen... ...und andere, die vielleicht zu viel Raum einnehmen und es wird dysfunktional sein.
00:07:20: Vielleicht nur ein bisschen oder mehr unterschiedlich.
00:07:23: Wie habt ihr das gemacht?
00:07:25: Also ich bin großer Fan tatsächlich dafür Methoden zu verwenden zum Beispiel sich in zweier Teams erstmal zusammenzutun Einfach große Fragen mal zu zweit zu besprechen.
00:07:38: Einer spricht, einer hört zu, danach wechseln und mit großen Fragen.
00:07:43: das kann einfach sein was macht die Kanidatur mit dir?
00:07:47: oder was macht dieses Mandat gerade mit dir?
00:07:49: Und dann einfach mal fünf Minuten Zeit geben in dem kleinen geschützten Raum von zwei Personen.
00:07:54: Wir sind da als Menschen!
00:07:56: Wir sind also jetzt.
00:07:57: im mein Fall ist ja wirklich ein Ehrenamt.
00:08:00: Hey muss ich auch noch eine Fassade aufziehen?
00:08:03: Nein bitte nicht.
00:08:05: es ist doch Gut, wenn man erzählen kann.
00:08:07: Boah es ist ganz schön tough für mich weil ich meine Familie jetzt etwas weniger sehe oder beruflich immer wieder in Zeitknappheit komme oder auch einen großen Traum habe mit diesem Ehrenamt und gar nicht weiß ob ich den reichen kann und Angst verfrust hab.
00:08:25: also diese Dinge auszusprechen finde ich total gut Und da keine Methode sein ist zu zweit zu machen oder auch in einer Runde wirklich mit einer Frage mal die Mal durchzugehen.
00:08:40: Find ich spannend, weil ich glaube das ist etwas was oft auch so der Logik des politischen Betriebs entgegenspricht war man da ja doch irgendwie eher Pokerface hat oder einem oft vermittelt wird.
00:08:55: es wäre besser das zu haben.
00:08:58: also finde ich spannend das genau einmal zu durchbrechen und ich glaub bei vielen wo ich mich mit dem Thema des ganzen Podcasts beschäftige denke ich, ist das oft auch so.
00:09:07: ein Punkt am Ende müssen ja die Menschen auch mitmachen wollen.
00:09:12: Also wenn wir politische Kultur zum Beispiel verändern wollen kann ich ja nicht pädigret verordnen und jetzt haben wir eine andere Kultur sondern es funktioniert ja nur über Menschen.
00:09:23: Ja genau!
00:09:25: Und wieso nicht starten in dieser kleinen Gruppe mit einer anderen Form von Politik?
00:09:30: Ich bin da totale Verfechterin.
00:09:34: künstlich sein, auch nicht so in dieses polemische Reingehen und die anderen schlecht machen und so sondern eher die Kraft aus der Gruppe holen.
00:09:43: Und das ich glaube fest daran es geht nur über authentisch sein, sich verletzlich auch zeigen, echt sein, was sprechen und sowas kann man üben.
00:09:58: dann muss man nicht gleich super sein.
00:10:00: Sowas kann klein anfangen darauf geachtet, dass es immer Raum gibt dafür bei jeder Fraktionssitzung.
00:10:09: Bei jeder Klausur das es Raum dafür gibt.
00:10:12: Das zwei Rückfragen ist eine wie groß war eure Fraktionen in den letzten sechs Jahren?
00:10:18: Also wie viele Personen sind das?
00:10:22: Und was mich auch interessieren würde haben da alle von Anfang an gerne mitgemacht.
00:10:26: oder war auch das schon so?
00:10:29: eigentlich möchte ich mich vielleicht gar nicht so öffnen
00:10:32: also meine Erfahrung und nicht speziell mit einer Partei zu tun und auch nicht mit der Situation.
00:10:37: Eine Fraktion ist im beruflichen Kontext genauso oder bei Hobbys kann es auch so sein, dass das immer ein bisschen braucht.
00:10:44: Es gibt...es ist nicht so, dass wir das leider eigentlich lernen in der Schule oder weiß ich vielleicht jetzt anders?
00:10:54: Aber es ist eher so, daß wir in Kontexten von Konkurrenz sind Und das bedeutet eigentlich, dass es Ziel sein muss wie kann mich schützen oder wie kann ich gut wirken und weniger, wie kann nicht ich sein.
00:11:13: Das heißt ja das kann ein bisschen dauern und man darf ruhig mit einem kleinen Format erst mal anfangen.
00:11:22: aber ja also wir haben damals gleich die erste Klausur eingrooven, haben wir das genannt drei Stunden nur ausschließlich zu dem Thema Wie wollen wir miteinander sein?
00:11:32: Und das ist dann so, wie wollen wir miteinander sprechen.
00:11:35: Was ist uns wichtig?
00:11:36: Also auch für jeden Einzelnen was brauche ich damit ich mich gut und sicher in einer Gruppe fühle und was bringt mich auf die Palme?
00:11:43: Das ist eine gute Frage!
00:11:45: Das ist auch lustig manchmal... ...und man lernt total viel über einander.
00:11:49: Die Menschen sind unterschiedlich und es ist gut zu wissen, was andere triggert.
00:11:57: Und auch die Frage, was willst du
00:11:58: lernen?!
00:12:00: Denn das sind nicht sechs Jahre, in denen wir geben, geben, gehen und wie wahnsinnig Unterlagen, Dokumente lesen, andere geschrieben, frustriert sind weil irgendwas nicht klappt.
00:12:09: Ich finde es total gut drüber zu sprechen.
00:12:12: Warum machst du's eigentlich?
00:12:14: Was ist denn dein Anliegen?
00:12:16: Was willst Du lernen oder was willst Du sein oder was willst Du möglich machen und das auch festzuhalten als?
00:12:22: ich bin relativ akribisch und schreibe das mit und mach das auch nicht alleine bis in eine meistens mehrere Person die dann so eine Klausur leiten und halten das dann auch nach.
00:12:36: Also jetzt habe ich eher über so soft, ich weiß nicht, Softskill oder so eher das Thema menschlich sein gebrauchen... Echt?
00:12:48: So ein Fundament erst mal, ne?
00:12:49: Und ich finde ... Das ist wirklich das Fundament!
00:12:51: Dann kommt die Frage was wollen wir in diesen sechs Jahren erreichen?
00:12:55: Inhaltlich
00:12:57: Und auch da bin ich totaler Fan, das nicht so auf mich zukommen zu lassen.
00:13:03: Es ist ja nicht so, dass es nicht genügend Dinge immer zu tun gäbe in egal welchem politischen Amt!
00:13:10: Es ist unglaublich... Ich habe jetzt eher einen Vergleich zu dir sowieso ein ganz kleines im Stadtviertel von München.
00:13:17: Trotzdem könntest du dich nur damit beschäftigen?
00:13:19: Genau,
00:13:20: ich könnte mich nur damit Beschäftigung und Achtung nur mit Dingen die von außen kommen.
00:13:24: Denn auch wir haben eine Tagesordnung im Monat mit achtzig Punkten.
00:13:28: Und wenn ich alle unterlagen, also weiß ich nicht, alle Seiten mal... Ich fantasiere, ich habe es nie getan aber ich wette dass das an die achtausend Seiten sein können.
00:13:36: Unterlagen ja?
00:13:37: Weil da sind einfach mal
00:13:40: irgendwelche Bausachen
00:13:42: von der Stadt dabei, die sind achtzig Seiten lang oder auch hundertzwanzig.
00:13:46: Wenn ich das alles mache was mir von extern reingespielt wird
00:13:51: Genau, da sind wir bei dem Punkt.
00:13:52: Dann hast du noch nichts von dem gemacht was du selbst voran bringen willst.
00:13:56: dann arbeitest du nur das Tagesgeschäft ab was andere dir vor die Nase setzen
00:14:02: und dann gibt es zwangsläufig den punkt wo alle frustriert sind ja
00:14:05: und wo man erschöpft ist überfordert.
00:14:10: warum mach ich das?
00:14:11: Was bringt das?
00:14:13: Das Gefühl hat sich im kreis zu drehen und gar nicht voranzukommen.
00:14:16: Na ja,
00:14:16: und das hast du durchbrochen.
00:14:21: Das wollte ich nicht!
00:14:22: Und deswegen haben wir sehr schön zu Beginn eine längere Klausur gemacht.
00:14:28: Ich habe noch mal nachgeguckt, es war so zwei Monate nach der konstituierenden Sitzung und haben uns darauf konzentriert.
00:14:37: von was träumen wir?
00:14:39: Also lasst mal träumen
00:14:41: inhaltlich
00:14:42: für den Stadtteil nach unterschiedlichen Themen.
00:14:45: also Was sind unsere Wünsche fürs Thema Kultur?
00:14:50: Was könnten wir uns erträumen für das Thema Umwelt, Baumschutz, Biodiversität.
00:14:56: Was ist mit dem Thema Mobilität?
00:14:57: Also je nachdem natürlich auch was ansteht oder besonders relevant ist für einen Stadtteil eine Gemeinde haben es die Zeit genommen dass jeder zu jedem Punkt einfach umlaufen konnte und ergänzen und so dass man auch sehen konnte was die anderen schreiben was ja auch wieder inspirierend sein kann.
00:15:15: Und dann gab es für die unterschiedlichen Themen wirklich viele Ideen.
00:15:19: Wir sind sie dann gemeinsam durchgegangen, da gab's auch ... Da gabs auch Lacher.
00:15:23: ja wenn wir waren auch Dinge dabei wo man schon ahnt das ist jetzt vielleicht ein bisschen sportlich und andere die vielleicht leichter umsetzbar wirkten.
00:15:34: Dann haben wir uns die rausgepickt von denen wir gesagt haben lasst uns mal mit denen anfangen.
00:15:40: Die scheinen uns prioritär, die scheinen gut umsetztbar Die machen uns auch Spaß und das schaffen wir auch.
00:15:47: Das ist auch in unseren Möglichkeiten drin!
00:15:50: Und ein Beispiel, von dem ich dir erzählt hatte war unser großer Wunsch dieses sehr dicht besiedelte und relativ urbane Viertel indem wir sind für den Fahrradverkehr besser umzuwandeln so dass es einfach mehr Infrastruktur gibt auch für Fahrradfahnde Autoparkplätze umzuwandeln in Fahrradstellplätze.
00:16:16: Nicht aus einem Dogma raus, nicht so alle müssen jetzt nie!
00:16:20: Sondern zu gucken an welchen Stellen ist dann wirklich Bedarf?
00:16:25: und es stehen unheimlich viele Radl rum oder ist einfach viel los?
00:16:28: Wo ist gleichzeitig ein Thema dass zum Beispiel Gewerbe in der Nähe ist das was gut brauchen könnte und Gewerb oder Einrichtungen sowie eine Apotheke oder Nikita, oder einen Bioladen.
00:16:42: Also da wo eh eine Eisdiele, wo die Leute eben im Radl hinfahren und dann wirklich noch, wo hilft das auch der Verkehrssicherheit?
00:16:52: Wo sind denn viele Schulkinder, die an dieser Stelle an der Kreuzung zum Beispiel rüber gehen und wenn da ein SUV, ein Wohnmobil oder ein Lieferauto steht sie wirklich schlecht rüber sehen?
00:17:04: also dass das auch noch mit gedacht ist so.
00:17:08: Und dann hatten wir eine lange Liste über einen Stadtplan, haben uns überlegt wo könnte das alles sein und haben uns dann vorgenommen möglichst in jedem Monat einen Antrag im Gremium zu stellen auf die Umwandlung von einem Parkplatz.
00:17:24: Also ihr tagt einmal im Monat?
00:17:25: Wir
00:17:26: tagen einmal im monat genau.
00:17:27: Die
00:17:27: Vollversammlung vom Bezirksausschuss und zu jeder von so einer Sitzung ein
00:17:31: Antrag.
00:17:32: Ja!
00:17:33: Und auch da ohne Verkrampfung.
00:17:35: also es geht ja immer um die Sache
00:17:37: Wenn ihr's mal nicht schafft
00:17:38: Ja und wir werden nicht künstlich Stellen erfinden, sondern dann wenn wir das sehen haben auch viel Information von Bürgern und Bürgerinnen aus dem Stadtteil bekommen.
00:17:50: Haben wir halt auch aufgerufen dazu?
00:17:52: Wie habt ihr es gemacht?
00:17:52: zu ganz klassisch Social Media Pressemitteilung oder...
00:17:57: Also bei uns funktioniert nebenan DE sehr gut tatsächlich da habe ich die Frage eingestellt wer denn bei sich ums in seiner Straße eine Stelle hat wo das wichtig wäre.
00:18:09: Und da sind viele Vorschläge eingegangen, nicht alle haben gepasst.
00:18:13: Nicht alle wurden vom Gremium angenommen aber doch relativ viele und wir haben es halt nachgehalten.
00:18:18: Das heißt wenn wir regelmäßig unsere Klausuren wieder hatten oder so ein Jahresrückblick gemacht haben dann konnten wir sagen ja schaut mal, da sind wir vorangekommen und das konnten wir machen und nach den sechs Jahren hat man super Ergebnis und das macht unglaublich Freude!
00:18:33: Das trägt natürlich unglaublich zur Motivation auch bei.
00:18:36: also wenn man sieht, wir sind da echt dran geblieben.
00:18:38: Wir haben das gemacht.
00:18:40: Waren es dann in Anführungszeichen nur Anträge und ihr habt euren Job gemacht?
00:18:45: Und vieles wurde auch angenommen.
00:18:47: oder habt ihr jetzt nach sechs Jahren auch bei ich weiß nicht, fünfzehn, zwanzig, sechzig Stellen wirklich gesehen?
00:18:54: Da stehen jetzt Radeln und keine Autos mehr.
00:18:57: Ja,
00:18:57: wow!
00:18:57: Fünfundvierzig insgesamt.
00:18:59: Wow!
00:19:01: Ich will jetzt nicht sagen wie die Champignons aus dem Boden.
00:19:03: Nein aber... ist ja in München wirklich viel passiert rund um dieses Thema Infrastruktur für Radfahrende und natürlich auch bei uns im Säntling, weil wir dahinter hier waren.
00:19:15: Da regelmäßig die Anträge an die Referate weitergegeben haben.
00:19:21: Und das ist großartig!
00:19:23: Ja man sieht das und diese Wirksamkeit finde ich gibt einem soviel zurück und macht also so viel Spaß dass man auch mal die vielen zeitigen Unterlagen gerne
00:19:33: liegt.
00:19:33: Ja, dann weiß man ja auch wofür tut man das.
00:19:36: Das klingt so wie du es beschreibst, dass ihr eine gute Zusammenarbeit in dem ganzen Gremium habt, also fraktionsübergreifend.
00:19:44: Ihr seid jetzt schon was du erzählt hast nicht dogmatisch ideologisch vorgegangen sondern habt da nach Mehrwert für den Stadtteil geguckt und das stieß ja dann offenbar auf Resonanz bei den anderen Fraktionen.
00:19:58: Klingt nach einer guten Zusammenarbeit bei euch?
00:20:03: wenn ich da anderen Kollegen aus anderen Städten, Gemeinden, Stadtteilen erzählt habe, kamen durchaus manchmal rein zurück und ich weiß nicht ob man sagen muss wir hatten einfach total Glück.
00:20:15: Das wirst du jetzt in der nächsten Amtszeit merken ja?
00:20:18: Ja!
00:20:19: Und ich sag's so und glaub selbst nicht dran denn ich glaube nicht dass das Glück ist und ich glaube es hat damit zu tun was man wie man den Personen von den anderen Parteien auch begegnet oder vielleicht auch wie sehr man sozusagen die gemeinsame Sache nach vorne stellt.
00:20:36: Also ja, wir... Wie gesagt, wir machen es im Ehrenamt und das mag auf höheren Levels anders sein und da wird's wahrscheinlich mit härteren Bandagen auch gekämpft.
00:20:47: Das ist einfach bei uns, glaube ich, auf dieser Ebene nicht so stark Und gleichzeitig finde ich schon mal wichtig zu sagen dass es einfach Bullshit is Wenn man sagt, wir haben irgendwas alleine gemacht.
00:21:03: Vielleicht gibt's... Ja ja!
00:21:04: Also es gibt schon die Orte wo man eine absolute Mehrheit hat für die ein oder andere Partei.
00:21:09: Okay fine bei denen ist das anders.
00:21:11: Bei allen anderen gehts um Zusammenarbeit und Koalition.
00:21:16: Das heißt Wir waren ja die stärkste Fraktion Und werden auch in der nächsten Legislatur sein Aber wir hatten nicht die absolute Mehrhalt.
00:21:27: also nein das heißt Es ging immer darum Personen von den anderen Fraktionen zu überzeugen, dass das eine gute Sache ist.
00:21:37: Sie mit reinzuholen auch ihre Argumente zu hören und ich glaube, dass wir ja manchmal zurückstecken mussten und es nicht alles durchgegangen aber dass wir im Großen Ganzen damit gewonnen haben und auch die Qualität der Anträge gewonnen hat.
00:21:51: Ich kann jetzt wirklich nur von mir sprechen Aber ich habe den Kollegen von den andern Parteien gerne zugehört.
00:21:59: Ja!
00:21:59: Die kamen oft.
00:22:00: Also ja, die kommen aus einer anderen politischen Ecke.
00:22:03: Die haben eine andere Argumentation und im Zweifel sehen sie eine Zielrichtung ganz anders oder ist nicht zielführend, die wir vorschlagen?
00:22:14: Und trotzdem sind das kluge Leute!
00:22:16: Oder haben auch berechtigte
00:22:19: Anliegen... ...und haben interessante andere Perspektiven von denen ich genau weiß.
00:22:26: die repräsentieren auch Personen, die sind genauso gewählt wie wir.
00:22:30: Die haben sozusagen eine imaginäre Wellerschaft hinter sich und Personen, der ihren Stadtteil eher in die Richtung entwickelt sehen wollen.
00:22:41: Ich finde es wichtig, sich dagegen zuzuhören, also sich wertschätzen zu begegnen.
00:22:47: Und ich glaube dass das einen großen Anteil hatte, dass wir wirklich gut zusammengearbeitet haben mit diesem Gremium.
00:22:53: Ja, mich hat das total beeindruckt als wir uns da eben kurz unterhalten hatten.
00:22:58: Und da dachte ich mir, dass möchte ich auf jeden Fall hier in den Podcast reinholen.
00:23:02: Hast du noch mehr solche Beispiele
00:23:05: die
00:23:06: zeigen wie ihr gearbeitet habt?
00:23:09: Also jetzt wahrscheinlich ähnlich zu den Fahrradstellplätzen.
00:23:13: Wir hatten das große Anliegen, dass die Spielplätze verschönert werden in unserem Viertel und ähnlich ja.
00:23:19: Da sind wir dann vor Ort gewesen haben uns das angeschaut eben auch mit Vertretung von den anderen Parteien und haben dann entschieden, welche von diesen Spielplätzen wir verbessern können uns.
00:23:31: Also es ist einfach sichtbar!
00:23:33: Es ist richtig gut geworden!
00:23:36: Und ein Beispiel tatsächlich so vor meinen ersten neun Monaten in dem Amt war das ich mein Projekt Mein Baby war, dass es einen Büchertauschrank gibt.
00:23:47: Hatten wir nicht in Sendling?
00:23:48: Gibt's hier schon in vielen Stadtteilen?
00:23:50: In Sendling gab's keinen Und es war für mich ein totales Anliegen auf einem Platz, der nicht so frequentiert wird.
00:24:00: Der bisschen leer war diese Möglichkeit zu schaffen dass sich Menschen begegnen und also auch Punkturnachhaltigkeit Bücher getauscht werden und so ein kleiner Ort der Schenkkultur entsteht.
00:24:15: So die Dinger sind teuer Muss ich zugeben, hatte ich nicht gedacht.
00:24:19: Ich bin da hingekommen und habe so gesagt ach dann machen wir einen Büchertauschrank Halleluja!
00:24:24: Das ist auch bei Trinkwasserbrunnen bei uns in München so wo man sich
00:24:27: das auch macht?
00:24:28: Genau als Laie denkt man sich ja es kann ja nicht so schwer sein genau.
00:24:32: und dann hab' ich auch von den Kollegen aus dem Gremium der anderen Parteien gehört hey das haben wir schon öfter mal angedacht und dass es zu kompliziert und ich, nee das muss doch möglich sein.
00:24:43: und ja das geht dann nicht von heute auf morgen Denn ich bin da von Fraktion zu Fraktion, habe das erklärt.
00:24:50: Also auch nicht in der Plenumssitzung sondern in der Vorbereitung eher im Einzelgespräch gesagt Ich hab mir ein Angebot eingeheult Das ist horrorteuer und gleichzeitig Wir könnten das machen Und dass wäre was langfristig ist für den Stadtteil oder auf jeden Fall für diesen Platz.
00:25:09: D.h.
00:25:09: Da war schon einige Überzeugungsarbeit einfach vorhin wichtig Und ich glaube, für mich das Learning mit irgendwie so Vorpreschen und ganz schnell wollen, schafft man die Dinge nicht in dieser Art von Gruppe.
00:25:25: Also auch nicht so dieses.
00:25:26: Ich bringe jetzt einen Antrag ein und ich sag wir Grüne wollen und ich habe es dann auch erreicht sondern eben erstmal leise im Hintergrund schon alle mit reinholen und daraus auch ein gemeinsames Projekt machen.
00:25:40: Genau!
00:25:43: Kann er manchmal drunter leiden?
00:25:44: Ja.
00:25:46: Dann ist
00:25:46: die andere Seite der Medaille.
00:25:48: Vielleicht steht dann nicht mal mein Name runter, oder es sind...
00:25:51: Aber dafür steht jetzt der Bücherschrank
00:25:54: da!
00:25:55: Und das ist einfach ... Das ist das Wichtige.
00:25:59: Ich finde man merkt aus dem was du erzählst total dass also Politik neigt ja für mich sehr dazu sich zu verzetteln.
00:26:06: Das macht ihr eben genau nicht und Du hast auch schon so ein bisschen gesagt Die Motivation steigert es.
00:26:14: Habt ihr das zum Beispiel auch gemerkt?
00:26:16: jetzt bei ist ja gar nicht so trivial, wenn man jetzt wieder Listenaufstellung macht für die nächste Kandidatur dass da Leute auch wieder kandidieren profitiert man davon auch wenn Leute mit Erfahrung wieder dabei sind Lust haben weiterzumachen.
00:26:30: hast du das da zum Beispiel konkret gemerkt?
00:26:32: Dass von den acht Leuten viele wieder gesagt haben Ja ich möchte noch mal!
00:26:37: Also ja und nein Nicht alle haben weitergemacht Und das ist total okay.
00:26:43: Ich glaube nicht, dass man in Automatismus erwarten muss selbst wenn es eine superinteressante und spannende motivierende Legislatur für die Einzelnen war.
00:26:54: Trotzdem kann es gut sein oder gut für jemanden sein nach sechs Jahren zu sagen Das ist jetzt fein!
00:27:01: Jetzt mache ich was anderes und gebe meine Freizeit wieder etwas anderes.
00:27:05: oder ich habe auch andere Lebenspläne ein Baby oder ich gehe in Rente.
00:27:11: Ja, einige haben sich jetzt wieder auf die Liste gestellt stellen lassen und wurden auch wieder reingewählt und wir haben neu.
00:27:20: also es ist beides genau.
00:27:23: das ist eine gute Mischung.
00:27:24: du hattest mir ja auch von dieser selbstbeweihräucherungswand erzählt.
00:27:28: dass fand ich auch einfach einen coolen Begriff oder cooles Tool.
00:27:35: Erzähl erstmal, was ich dahinter verbirgt.
00:27:38: Ich hab's dir mitgebracht, gell?
00:27:43: Genau alle die im Video dabei sind können wir mal
00:27:45: Werbung für
00:27:46: Videopodcast machen.
00:27:53: Also da steht dann zum Beispiel eben auch das mit diesen Fahrradstellplätzen zum Beispiel drauf.
00:28:03: In der Bücherschrank in Elastenfahrrad ein kostenloses Tempo dreißig an bestimmten Straßen, dass wir einen Brunnen restauriert haben.
00:28:11: Eine Buhlbahn.
00:28:12: Ach was war so sich ganz
00:28:13: viel.
00:28:14: Und da konntet ihr dann so Haken machen checken und eben immer sagen so jetzt können wir uns mal selber auf die Schulter klopfen cool was wir schon vorangebracht haben auch so in der Amtszeit.
00:28:26: ja.
00:28:26: also ehrlich gesagt Wieso geht es feiern manchmal unter?
00:28:32: Wieso achten wir da manchmal nicht drauf?
00:28:34: Wir hängen uns so rein und meistens mit Freizeit und Ehrenamt.
00:28:40: Und dann verpassen wir den Moment, wo man sich einfach mal unterhaken kann und sagen ist doch super gelaufen!
00:28:46: Ich finde nicht dass das was zu tun hat mit irgendwie sich wichtig machen oder so sondern es hat mit Wertschätzung zu tun.
00:28:54: und ja wenn man irgendwie am Anfang erstmal nur träumt und dann plant man Dann finde ich, ist ein wichtiger Abschluss das Feiern.
00:29:07: Und feiern kann man nur auf unterschiedliche Art und Weise.
00:29:11: und eine Sache die ich eben in unseren Klausuren über die ganzen sechs Jahre immer als Teile hatte war dass wir schauen auf das was wir in dieser ersten ja in diesem Träume groß was wir im Ersten uns vorgenommen hatten abzuprüfen.
00:29:27: wie viel davon haben wir denn jetzt geschafft?
00:29:29: welche neuen neuen Erfolge können wir dann jetzt hier auf unsere sogenannte Selbstbeweihräucherung.
00:29:35: Es waren ja so ein bisschen selbstierungen, natürlich.
00:29:39: Welche können wir denn da drauf nehmen?
00:29:42: Und dann wächst die und ich kann dir versprechen das hat oft große Augen gemacht.
00:29:49: Stimmt!
00:29:50: Das haben wir auch
00:29:51: noch geschafft.
00:29:51: Es rutscht immer so weg am Alltag.
00:29:54: Genau also wir hatten geguckt dass wir alle neun bis zehn Monate eine Klausur machen.
00:30:00: Das ist vielleicht auch wichtig, das so immer festzuhalten und zu gucken.
00:30:05: Wo stehen wir?
00:30:06: Was haben wir geschafft und wo gibt es einfach noch was zu
00:30:10: tun?".
00:30:11: Und ich kann mir vorstellen dass es ganz viele positive Nebeneffekte hat eben auch die Motivation hoch zu halten sich das bewusst zu machen auch immer wieder zu justieren.
00:30:22: Ach ja stimmt!
00:30:23: Das wollten wir ja, rutscht einem ja auch irgendwie weg.
00:30:25: also dass man sich diese Ziele auch präsent hält gar nicht so leicht, ob jetzt politischer Alltag oder halt auch was man sonst immer noch auf der Platte hat mit Familie und Job.
00:30:37: Und was man eben alles macht wenn das im Ehrenamt ist.
00:30:41: Aber was euch ja damit vor allem auch gelungen ist ihr habt erst mal für euch intern ja auch ein Erfolg sichtbar gemacht.
00:30:48: Meine Frage wäre jetzt wie gut es euch denn das nach außen gelungen diesen Erfolg sichtlich zu machen?
00:30:53: Also man kann jetzt natürlich sagen
00:30:56: Ja
00:30:57: muss man ja gar nicht groß sichtba machen weil Den Radelstellplatz und den Bücherschrank kann man ja sehen.
00:31:04: Trotzdem, finde ich ist es auf einer anderen
00:31:08: Ebene
00:31:10: geht ja auch so um dieses Thema was leistet eigentlich Politik?
00:31:14: Auch dieses Vertrauenpolitik macht auch Versprechungen.
00:31:19: Ich nehme mal stark an dass einige dieser Punkte in eurem kleinen Wahlprogramm zum Bezirksausschuss standen.
00:31:25: also ihr wollt das viertel Fahrradfreundlicher zb machen.
00:31:30: So kann ich mir vorstellen, dass so was in hier ist da drin stand.
00:31:32: Und dann ist es ja schon auch so ihr tretet an mit einem Programm dafür seid ihr gewählt seit die stärkste Fraktion geworden und habt dann auch ja Versprechen eingehalten und das ist ja dann einerseits wichtig Dass es wirklich stattfindet aber andererseits eher doch irgendwie wichtig dass Es auch noch kommuniziert wird.
00:31:54: Das ist eine total komplexe Frage.
00:31:58: Ich bin kein
00:31:59: Profi
00:32:00: Und ich habe mich mit der Frage beschäftigt in diesen Jahren, denn während der Wahlkampfzeit ist es einfach.
00:32:06: Also ich kann da total leicht ins Wahlprogramm reinschreiben was wir geschafft haben und was wir noch machen.
00:32:11: Und
00:32:12: jetzt beim Infostand kannst du sagen Wir haben so und zu viel Radelstellplätze geschaffen.
00:32:17: Und auf dem Instagram-Kanal vom Ortsverband alles prima!
00:32:21: Nur während der ganzen anderen Zeit ist es nicht so dass nur wir das gemacht haben.
00:32:28: Ja, wir haben vielleicht den Antrag gestellt aber ohne die Kooperation von mindestens ein paar der anderen Parteien würden wir keine Mehrheit haben.
00:32:40: Das heißt ich habe für mich deren Entscheidung getroffen dass ich es eigentlich wichtiger finde zu sagen was wir als Bezirksausschuss geschafft haben weniger als Partei und und irgendwie zu unterstützen, dass in dem Viertel auch dieses Gremium bekannter
00:33:00: wird.
00:33:00: Und was die für die Menschen vor Ort tun?
00:33:02: Und
00:33:02: was wir dafür tun!
00:33:04: Und tatsächlich, was ich angeschoben habe ist das es einen kleinen Flyer gibt.
00:33:08: Das gab's vorher nicht.
00:33:09: Und tatsächlich viele Menschen können ja immer noch nicht mit dem Wort Bezirkserschuss was anfangen.
00:33:13: Ich werfe es auch niemanden vor weil es gibt noch BezIRKS-Rat Und das war mein Vorschlag und tatsächlich haben alle mitgemacht.
00:33:23: Also natürlich auch, dass habe ich vorher abgestimmt und gefragt und könnt ihr euch das vorstellen, dass wir da mit Foto drin sind?
00:33:31: Das haben wir anfangs an die ganzen Vereine und Einrichtungen, auch sozialen Einrichtung in einem Stadtteil geschickt – die Bücherei- und Altenzentrum und Jugendzentrum
00:33:41: usw.,
00:33:41: damit sie das auslegen.
00:33:43: Und jetzt letzten Oktober haben wir es tatsächlich zwanzigtausendmal gedruckt und mit der Einladung zur Bürgerversammlung verschickt.
00:33:54: Und das freut mich, denn ich glaube, dass es ein Weg bei den Menschen ankommt.
00:34:01: Aha!
00:34:02: Das sind die Personen, die uns vertreten.
00:34:04: Die lernen wir auch mal außerhalb des Wahlkampfskennens.
00:34:07: Aha, das sind ihre Themen.
00:34:11: Ich sehe ja die Veränderungen und weiß jetzt auf wenig zurückführe...
00:34:15: Habt ihr, hast du noch mehr?
00:34:17: So Beispiel also ich meine eine Selbstbeweihräucherungswand ist ja letztendlich auch ein bisschen wie so'n Projektplan.
00:34:24: Also es ist auch ein Tool fürs Projektmanagement wo gesagt habt das wollen wir alles machen.
00:34:30: Das klingt so ein bisschen Wie der Ort wo sich alles gesammelt hat.
00:34:35: Zwei Sachen Wir haben tatsächlich unsere Anträge nachgehalten.
00:34:39: Das fand ich ehrlich gesagt ganz schön aufwändig.
00:34:42: All die Anträge, die an die Stadtverwaltung gehen denn anders als bei der Gemeinde, die das dann wirklich selber anpackt können wir immer nur weiter leiten dazu prüfen wie ist in der Stand und sind also hakt es irgendwo oder sind sie in der normalen Zeit die es halt braucht, bis eine Antwort kommt auf unseren Vorschlag oder wurde dieser Antrag abgelehnt.
00:35:09: Nicht immer ist es leichter den Überblick zu behalten.
00:35:13: also tatsächlich das haben wir stark nachgehalten.
00:35:17: und vielleicht noch in die Richtung Außenkommunikation.
00:35:21: ich habe schon aktiv auch Pressearbeit gemacht.
00:35:24: Wir haben ja so kleine kleinere Stadtteilzeitungen sowie das Hallo-Wochenanzeiger die durchaus Interesse haben an so ganz lokalpolitischen Themen und habe versucht da immer wieder Informationen reinzutragen, damit das gesehen wird was in diesem Gremium gemacht wird.
00:35:45: Ich finde wenn ich dir so zuhöre dann ist es eigentlich eine Kombination aus.
00:35:50: ihr habt schon euch auch ein Programm überlegt und ihr habt groß geträumt und schon auch Visionen für euer Stadtteil festgelegt Aber gleichzeitig auch viele konkrete kleine Schritte, die ihr auch im Ehrenamt realistisch umsetzen könnt festgehalten.
00:36:07: Also so eine Mischung aus großem Programm und kleinen Schritten.
00:36:11: Und wenn man diesen roten Faden hat dann stört man sich nicht daran das ein Schritt erst mal kleines weil man weiß es geht in die richtige Richtung.
00:36:18: also so ist mein Gefühl.
00:36:22: ja Die Idee von dem Podcast ist ja auch so dass andere sich jetzt was abschauen können und wir jetzt nicht nur bewundern, wie ihr das in Sendlingen gemacht habt sondern dass wir auch so ein bisschen gucken.
00:36:33: wo ist die Übertragbarkeit wenn jetzt jemand zuhört der vielleicht auch frisch im Gemeinderat gewählt wurde.
00:36:39: Jetzt bei uns in der Kommunalwahl in Bayern welche
00:36:44: drei
00:36:45: Schritte würdest du dem vielleicht nochmal so zum Start mit auf den Weg geben?
00:36:52: Also dieses nehmt euch Zeit euch kennenzulernen Wirklich, also so in der Fraktion und auf Augenhöhe zu achten.
00:37:02: Auch gerade zwischen den erfahrenen und den neuen.
00:37:05: Ich glaube das ist ganz wesentlich!
00:37:08: Dann kann ich nur den Ratschlag geben und es mag nicht überall funktionieren aber vielleicht schon ein Kaffee trinken zu gehen mit jemand von einer anderen Partei einfach mal zu gucken und vielleicht ist man überrascht wie viele Gemeinsamkeiten es gibt weil wir sind alle Menschen was sind alle?
00:37:24: Also die... Politisch aktiv sind engagierte Menschen, im Normalfall die Bock haben was zum Guten zu verändert.
00:37:33: Also da einfach ohne dass es irgendwie manipulativ ist oder so oder ich wahnsinnig, das meine ich überhaupt nicht sondern einfach in Kaffee trinken gehen und sich auf menschliche Ebenen zu begegnen.
00:37:46: Und die andere Sache sich also und die dritte Sache sich zu notieren.
00:37:54: wie muss es sein damit ich nach den sechs Jahren happy bin?
00:37:57: und dass ich zufrieden aus diesem Ehrenamt oder auch offiziellen Amt rausgehe.
00:38:04: Und die Antwort kann ja total unterschiedlich sein,
00:38:08: das...
00:38:09: Ich erinnere mich, dass damals in der Runde eine gesagt hat, ich möchte lernen öffentlich zu reden.
00:38:17: Das mache ich nicht in meinem Beruf!
00:38:19: Das ist ein echter Challenge für mich und das ist etwas was ich lernen möchte.
00:38:22: Eine andere Person sagt, ich habe dann beruflichen Schwerpunkt Und den möchte ich hier übertragen.
00:38:29: Ich glaube, der könnte voll was bringen in mein berufliches
00:38:32: Know-how.".
00:38:33: Eine dritte Person sagt,"Ich hab von Verwaltung eigentlich keine Ahnung!
00:38:37: Ich habe nicht so viel
00:38:38: geärgert!".
00:38:39: Das will ich jetzt mal verstehen und sich das zu notieren und auch aufzubewahren sodass man immer wieder gegenchecken kann.
00:38:47: bin ich da auf dem richtigen Weg, sodass ich zufrieden bin.
00:38:51: Eine persönliche Abschlussfrage?
00:38:55: Wie bist du... Da rein gestartet?
00:38:58: und wie würdest du sagen, haben dich diese sechs Jahre als Mensch auch verändert.
00:39:02: Also du wirkst sehr zufrieden und glücklich und bist ja auch noch mal angetreten, hast nochmal kandidiert, bist wieder gewählt.
00:39:09: was hat das mit dir als Mensch gemacht?
00:39:14: Ach ich habe so viel gelernt!
00:39:17: Ich hatte eine steile Lernkurve von der mir gar nicht gerechnet hatte.
00:39:21: muss ich mehr ehrlich sagen?
00:39:23: denn dieses ganze Wie funktioniert?
00:39:25: eine Stadt war mir nicht klar.
00:39:29: Ich war so von der Ecke.
00:39:31: Leute, die sagen es kann ja nicht so schwer sein.
00:39:33: Wir pflanzen am Baum!
00:39:34: Es kann da nicht so schwierig sein.
00:39:36: Ui, ich habe eine Menge gelernt über...es ist nicht schwarz-weiß und es ist vielschichtig und man muss immer manche Dinge ein bisschen länger grübeln um ne gute Lösung zu finden.
00:39:49: Und die zweite Sache, die total positiv ist, ich bin nochmal verwurzelter mit meinem Viertel und das ist so herrlich Dadurch zu radeln und zu sehen.
00:40:00: Das ist die Parkbank, die ich mit beantragt hab' Und hier diese Blühwiese.
00:40:05: Da war ich in Kontakt Mit den Nachbarn Damit die da pflanzen können.
00:40:09: Und da kommt mein kleiner Büchertauschrank.
00:40:11: Und hier Tempo-Dreißig Da weiß ich die Kollegen von der Partei So und so Die haben sich so stark gemacht Und es hat geklappt Ist doch total schön!
00:40:18: Das macht echt Spaß.
00:40:20: Es ist bis zu anstrengend Mit mir durchs Viertel zu gehen Weil ich den ganzen Zeit Anekdoten habe Und das macht wirklich Spaß an Lokalpolitik.
00:40:30: Liebe Tini, vielen Dank dass du heute bei uns warst und ich finde ja alles was du erzählt hast macht einfach total lustig zu engagieren und da Wurzeln zuschlagen und eben auch ganz viel Selbstwirksamkeit zu erfahren.
00:40:46: und ja du hast uns auch noch ganz viele gute Tools an die Hand gegeben wie das Ganze dann eben auch richtig Früchte trägt Ein Beschäftigt sein muss, sondern wo man auch wirklich was bewegen und bewirken kann.
00:41:04: Ich muss sagen das Gespräch mit Tini, das hat noch lange in mir nachgewirkt und ich habe mich an der einen oder anderen Stelle sage ganz offen auch so ein bisschen ertappt gefühlt.
00:41:13: Warum?
00:41:14: Ich neige schon sehr stark dazu, dass ich alles effizienter und effektiver machen will.
00:41:20: Und ich glaube gerade was so den Bereich von unseren politischen Sitzungen anbelangt ist es auch absolut notwendig und berechtigt.
00:41:30: aber wo Tini mich ein bisschen erwischt hat ist das der Punkt und die freigewordene Zeit die man dann hoffentlich durch effektive und effiziente Sitzung gewonnen hat
00:41:41: dass
00:41:42: vielleicht nicht was ist, wo man dann sagt, super
00:41:44: jetzt haben wir
00:41:45: es geschafft und jetzt gehen wir nach Hause.
00:41:47: Sondern das wir diese Zeit ganz bewusst in des menschliche Miteinander stecken sollten.
00:41:52: Und ich glaube, das gilt für Ehrenamt wie für Hauptamt gleichermaßen.
00:41:56: Und ein zweiter Punkt den ich sehr stark aus dem Gespräch mitnehme da kommen so unterschiedliche Leute zusammen wenn man sich als Fraktion zusammensetzt auch wenn es natürlich die gleiche Partei unterschiedliche Hintergründe, Berufe, Altersgruppen.
00:42:15: Und es ist nicht für jeden selbstverständlich auch so neue Methoden zu verwenden und dass man eben diese reinen Statements sozusagen verlässt und eben
00:42:27: mal ein
00:42:28: Post-it nimmt und wirklich was aufschreibt und was an die Wand... ...an irgendeine Pinwand klebt.
00:42:35: Ich glaube das muss man sich echt trauen, dass man sagt ich ziehe das jetzt durch.
00:42:40: Aber man muss sich auch wirklich gut darauf vorbereiten, dass dann nicht alle Juhu schreien werden und dass man sich da gute Argumente überlegt warum wir das heute mal so ausprobieren.
00:42:52: Und vielleicht nicht gleich ein Feuerwerk an Methoden abzünden, sondern sachte einsteigt und ein zwei Methoden ausprobiert und sozusagen versucht die Leute auf diesem Weg mitzunehmen und zu begleiten.
00:43:06: Und schon stolz zu sein, wenn wir da den Einstieg schaffen eben mal nicht nur in der Gesprächs- und Statementrunde zu machen sondern eben auch mal agilere Methoden probieren und dass ja das ein Gewinn ist wenn wir überhaupt in so eine neue Arbeitsweise einsteigen und wir da vielleicht auch nicht immer von uns aus gehen sollten.
00:43:23: Also ich habe auf jeden Fall ganz viel aus dem Gespräch mitgenommen.
00:43:25: Ich hoffe, euch ging es genauso und für alle die jetzt eben in die neue Amtsperiode hier im Bayern starten den wünsche ich ganz viel Erfolg und hoffe dass ihr da gleich was anwenden könnt.
00:43:36: Es war diesmal eine sehr praktische Folge und nächstes Mal geht's wieder ein bisschen mehr Meter zu hier.
00:43:44: Da reden wir mit Martin Klingst über die Initiative.
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