Wie bleiben wir gesund in einem kranken System, Nina Bürklin?

Shownotes

Wann macht ein System krank – und wo beginnt meine eigene Verantwortung, ohne dass ich daran zerbreche? In dieser Folge spreche ich mit Dr. Nina Bürklin, Psychotherapeutin, Coach und Gründerin von MEANING + More, genau darüber. Wir reden über die Grenze zwischen gesunder Anpassung und Selbstverrat, darüber, warum "ich bin nicht zuständig" für mich kein Schlusspunkt, sondern eher ein Semikolon ist, und über die Frage, wie viel wir eigentlich weglassen dürfen, statt immer noch mehr an Systemen, To-Dos und Selbstoptimierung anzuhäufen. Ich erzähle außerdem, was sich bei mir im Team seit meinem öffentlichen Moment auf Social Media im letzten Jahr konkret verändert hat – von der festen Mittagspause bis zur geschützten Schreibtischzeit im Kalender.

Nina teilt zum Schluss ihr Impact-Stipendium: eine kostenlose Begleitung für Menschen, die sich gesellschaftlich engagieren und dabei an ihre Grenzen kommen. Wer sich dafür bewerben möchte, findet mehr Infos direkt bei ihr.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen zur Zukunftschmiede.

00:00:01: Mein Name ist Julia Post, ich bin Landtagsabgeordneter aus München und ich bin überzeugt die Art und Weise wie wir Politik machen, die braucht dringend Update.

00:00:10: Und genau darüber sprechen wir heute mit Dr.

00:00:12: Nina Birklin über die Frage Wie bleiben wir eigentlich gesund in einem kranken System?

00:00:22: An dieser Stelle will ich euch ja mal so ein bisschen mitnehmen was wir als Team, was Ich persönlich auch versuche so ein Bisschen anders zu Machen neu zu denken, wie wir auch Politik machen können.

00:00:33: An dieser Stelle teile ich mal was mit euch.

00:00:36: Mir ging es so Ende letzten Jahres in der Weihnachtspause – hat man ja mal ein bisschen Zeit nachzudenken -, dass mir so aufgefallen ist.

00:00:43: Wir brauchen noch viel mehr Fokus!

00:00:46: Wenn man mit Botschaften durchdringen will, dann lebt das ja auch von Wiederholung.

00:00:50: Ich habe sehr viele Sprecherinnenaufgaben in meiner Fraktion.

00:00:53: Das haben immer wahnsinnig viele Themen auf der Platte, da war dann bei mir danach so okay wir müssen uns mehr fokussieren.

00:01:00: Wir müssen einfach auch ja ein bisschen so kill your darlings.

00:01:03: was müssen wir weglassen um da uns noch mehr zu fokusieren?

00:01:08: das war eine Aufgabe ans Team.

00:01:09: überlegt mal auch was dass für eure Arbeitsbereiche heißt.

00:01:13: aber es hat natürlich auf mich betroffen sodass ich überlegt habe ok wo kann ich sozusagen Termine streichen oder Themen weglassen.

00:01:21: Ich glaube, wenn wir Politik neu denken wollen, dann gehört es jetzt auch dazu, dass ich mich ein bisschen nackig mache und vielleicht mache ich mich mit der Aussage auch ein bisschen unsympathisch.

00:01:29: Wir haben zum Beispiel auch nochmal für mich festgelegt, dass sich keine Termine mache bei denen ich keinen aktiven Part habe.

00:01:36: Ich glaub das ist auch würdig eine größere Diskussion darüber zu führen.

00:01:40: Ich werde da auch mal einen Gast bei mir im Podcast haben wo wir genau darüber noch einmal ausführlich her sprechen weil mal absichtslos ins Gespräch zu kommen, aber wir kriegen so viele Einladungen wo wir sozusagen zum Beispiel beim Mitgliederversammlungen oder so letztendlich den ganzen Tag dabei sein können.

00:02:01: Wir sind herzlich eingeladen wo wir dann im Publikum sitzen und natürlich ist es spannend da die Debatten zu verfolgen und da kriegt man auch viel mit.

00:02:08: und andererseits man wird am Anfang irgendwie Vielleicht kurz begrüßt, wenn so zehn Namen aufgezählt von allen die da sind.

00:02:15: Das kann sich wahrscheinlich eh niemand merken.

00:02:16: Da vielleicht um auch ein bisschen Blick hinter die Kulissen zu gewähren bei vielen ist auch wirklich so okay.

00:02:21: ich gucke dann dass ich am Anfang da bin das ich begrüße werde und dann gehe ich auch wieder.

00:02:25: Das ist irgendwie auch ein Schmahn!

00:02:27: Diese Anzahl an Einladungen dies einfach unermesslich groß Die füllt die Terminkalender ungemein.

00:02:33: ja wir reden ja heute auch über das Thema gesund bleiben.

00:02:36: Mein Tag hat leider auch nur vierundzwanzig Stunden, das heißt ich muss irgendwie ein bisschen priorisieren.

00:02:41: Ich finde es total schön mal ohne Rolle mit Leuten ins Gespräch zu kommen aber ich glaube dass häufig dann... also mir steht ja nicht auf der Stille geschrieben dass ich Politikerin bin und wenn Leute nicht wissen ah cool!

00:02:54: Mir hört die Politik geradezu auch ohne dass sie auf Sendung ist frage ich mich immer so, kommt es denn sozusagen als Wert auch an?

00:03:01: Genau.

00:03:02: Und wenn ich auf mich selber und auch auf mein Team achte bin ja auch Arbeitgeberin dann muss man irgendwo sagen was machen wir was machen nicht und das ist eine Entscheidung die wir eben getroffen haben.

00:03:12: Ich habe den Tipp sogar auch schon mal vor ein paar Jahren von einer Politikerin bekommen die ihre Karriere beendet hat und hab das dann schon versucht zu beherzigen Und muss sagen, im letzten Jahr war ich dann nochmal beim Partterminen ohne aktiven Part.

00:03:29: Der Mehrwert davon war mir auch wirklich nicht so klar, sodass wir da eben gesagt haben, nee, da sind wir jetzt sehr konsequent.

00:03:35: Ich glaube umgekehrt ist es bei vielen was ich schon mal als Rückmeldung bekommen habe ja auch dass man ein bisschen erlärgisch dagegen ist okay, da kommt jetzt Politiker X Y mit seinem Tross der hält kurz sein Grußwort, dann werden Fotos gemacht und dann zieht man weiter.

00:03:52: Das kann ich total gut nachvollziehen, dass da auch so ein bisschen unbefriedigendes Gefühl bleibt und das Politik dann eben nur auf Sendung war.

00:04:01: Aber ich finde dann müssen wir irgendwie von beiden Seiten mal ehrlich ins Gespräch einsteigen, dass wir sagen okay wie können wir solche Formate anders gestalten?

00:04:11: Also gibt es nach so einem Grußwort noch die Möglichkeit für Fragen aus dem Publikum, für den Q&A hat man danach noch Möglichkeiten... ... in, weiß ich nicht, eine Art Breakout-Session zu gehen... ...in einen anderen Raum wo man nochmal in Dialog treten kann.

00:04:27: Sowas mag ich auch total gerne aber ich glaube dann muss man eben auch gemeinsam überlegen wenn man das so nicht will wie können wir das Format neu gestalten?

00:04:37: Und auf der anderen Seite also ich komme ja auch bevor ich Politik gemacht habe war ich auch in einer Zivilgesellschaft aktiv... ...wo ich auf der andern Seite war und auch solche Einladungen ausgesprochen hab Man wünscht sich ja dann auch, dass vielleicht sogar Minister-Ministerin oder sonst irgendjemand kommt.

00:04:58: Das gibt in der Veranstaltung ja auch irgendwie immer einen gewissen Glanz und eine gewisse Bedeutung – das ist ja auch cool wenn man zeigen kann welches Netzwerk man so hat!

00:05:08: Und das bedeutet aber, das sehe ich jetzt sozusagen auf der anderen Seite für Politikerinnen... Es ist ja schon so ne Erwartungshaltung, der man irgendwie auch gerecht werden will, so geht es mir jedenfalls nur oft hast du halt Für den gleichen Abend, für den gleichen Tag noch acht andere Veranstaltungen und alle anderen wären enttäuscht wenn du nicht kommst.

00:05:31: Und deshalb zieht der Tross meistens eben gleich weiter.

00:05:33: das ist ja nicht weil man dann geht und danach Däumchen dreht oder wenn man sagt auch super ich habe jetzt mein Grußwort absolviert und pack es wieder sondern meistens ist man eben gleich unterwegs zur nächsten Veranstaltung.

00:05:47: und oft ist es ja auch so dass Menschen, die irgendwie auch zivilgesellschaftlichen Kontext hoher Ämter haben.

00:05:56: Den geht es ganz ähnlich weil sie auch in ihren Verbandsstrukturen ja auch viele Termine am selben Tag haben und ich glaube da ist so der gesamte Politikbetrieb sitzt er schon auch irgendwie gemeinsam in einem Boot.

00:06:07: und genau ich glaub die Lösung ist echt dass wir vielleicht gemeinsam nochmal darüber nachdenken wie wollen wir einen Austausch und solche Formate eigentlich gemeinsam gestalten?

00:06:18: Jetzt aber ab ins Gespräch mit Dr.

00:06:19: Nina Birklin, sie ist zertifizierte Therapeutin für Logotherapie und Existenzanalyse und macht sinnorientiertes Coaching.

00:06:34: Wenn wir sagen System ist krank also wie kann System denn krank sein?

00:06:38: oder sind es nicht wieder einzelne Menschen die dieses System eigentlich krank machen?

00:06:43: Danke dir gar keine so leichte Frage finde ich zumindest.

00:06:47: Ich denke ein System per se ist vielleicht nicht krank Aber schafft Bedingungen, die Menschen über eine Zeit und Dauer krank machen können.

00:06:57: Das heißt, die Diagnose, krank oder nicht liegt wahrscheinlich bei Menschen selbst.

00:07:02: Man ist ja gesund, man ist ja nicht mehr gesund.

00:07:04: aber ein kranke System würde in meiner Wahrnehmung erst mal bedeuten da ist ein System was durch Strukturen, durch Regularien, durch Rahmenwerke geprägt ist, die es individuell extrem schwer macht wirklich gut bei sich zu bleiben, gut gesund zu bleiben und eben resilient zu bleiben.

00:07:21: Okay, das erinnert mich dann schon wieder stark an Politik wo sozusagen wir ja uns auch immer um gute Rahmenbedingungen, gute Strukturen bemühen.

00:07:29: Das heißt eigentlich dass man als verantwortliche Person in so einem System sich immer darum bemüht sollte gesunde gute Struktur und Bedingungen herzustellen.

00:07:39: damit ein System

00:07:41: Absolut und ich finde ganz wichtig, dass wir nicht ausschließlich über die eine oder andere Ebene sprechen.

00:07:46: Also nicht nur über das Individuelle oder nur über Strukturelle sondern ich finde wir sollten das eine tun und das andere nicht lassen.

00:07:53: also natürlich sollten wir für uns gucken wie können wir gut für uns sorgen?

00:07:57: Wie kann ich auch für mein Team sorgen?

00:08:00: Und auf der anderen Seite aber auch schauen wie gelingt es mir denn aus einer gesunden Stabilen Haltung heraus, in einem System was krankt Veränderungen anzustoßen die das System auch von innen heraus verbessert.

00:08:13: Dafür ist natürlich wichtig Das System zu kennen Die Spielregeln zu kennen.

00:08:17: Oft höre ich auch wenn Ich mit Menschen arbeite und Du hast gesagt Systeme können ja An ganz unterschiedlicher Stelle auftreten Egal ob in der Wirtschaft oder im gemeinnützigen Sektor In der Politik.

00:08:27: Naja Was soll ich denn tun am liebsten?

00:08:29: Ich gehe Ganz raus!

00:08:30: Das Ist Natürlich eine Option für Menschen Wie dich.

00:08:33: Ich würde mich da auch dazu zählen, die ein Interesse haben wirklich auf einer höheren Ebene meint mit einer größeren Wirkung was zu erzielen glaube ich ist es ganz ganz wichtig auch diese Systeme zu verstehen in ihnen zu agieren die Spielregeln zu kennen um sie dann auch infrage stellen zu können und sagen zu können vielleicht kann die Regel anders sein?

00:08:54: Vielleicht brauchen wir die ja auch gar nicht mehr.

00:08:56: Das wäre tatsächlich eine Frage gewesen die ich dir stellen wollte.

00:09:00: da nehme ich die gleich mal vorweg.

00:09:02: Kann denn ein einzelner Mensch auch ein System verbessern, gesünder machen?

00:09:09: Das ist ja auch so ein bisschen meine Mission.

00:09:11: Warum wir auch diesen Podcast haben?

00:09:13: oder musst du mir jetzt den Zahn ziehen und sagen liebe Julia das ist eine Illusion.

00:09:18: Und wenn es doch möglich ist wo beginnt dann dieser Einfluss ganz konkret?

00:09:23: Also wenn es keine Illusion ist.

00:09:24: Entschuldigung, wo beginnt dann dieser Einfluss ganz konkret?

00:09:27: Ich bin absolut überzeugt dass jeder einzelne Mensch einen riesen Unterschied machen kann auch im System die uns wahnsinnig groß und komplex vielleicht manchmal undurchsichtig erscheinen.

00:09:37: Und ich bin überzeugt Der Einfluss beginnt mit jeder einzelnen Handlung.

00:09:43: Mit jedem einzelnen Schritt.

00:09:44: und was ich oft wahrnehme ist, dass Menschen gerade in Zeiten von großen Krisen, Multiplinkrisen das Gefühl haben Ich kann ja gar nichts ändern.

00:09:53: Was soll ich hier überhaupt tun?

00:09:55: Wie soll ich mich fürs Klima noch engagieren wenn noch eh alles zu spät ist?

00:10:00: wie kann es gelingen jetzt Kriege zu verhindern oder zu stoppen?

00:10:03: Und ich bin absolut überzeugt kleine auch erscheinen mag, dazu beitragen kann.

00:10:10: Und das fängt damit an und es hören übrigens meine Klienten und Menschen mit denen ich arbeite ganz oft zu schauen was liegt denn in meinem Gestaltungsraum?

00:10:21: Wo habe ich ein Freiraum und wo aber auch nicht?

00:10:26: und allein diese Erkenntnis hier hab' ich einen Spielraum und vielleicht ist es ein Kontakt, vielleicht ist eine Kompetenz die ich mitbringe, bringt uns schon wieder in eine Selbstwirksamkeit, die uns Mut macht.

00:10:39: Die uns Zuversicht gibt und aus der wir auch wieder Kraft am Ende vielleicht sogar ein Teil von Resilienz schöpfen können.

00:10:45: Und umgekehrt ist es aber auch wichtig zu sehen an welchen Stellen habe ich vielleicht noch keinen Einfluss oder noch kein Gestaltungsspielraum?

00:10:55: Denn wenn ich anfange mich an den Stellen immer und immer wieder aufzureiben und ganz viel Energie reinzugeben dann werde erschöpfen oder in die Resignation gehen, oder in Zynismus abdriften und ich kann verstehen dass das eine Challenge ist.

00:11:14: Dass es gar nicht immer so leicht ist erstens diese Unterscheidung zu treffen.

00:11:17: wo habe ich diesen Freiraum?

00:11:19: Und was ist Frankel nachdem ich ausgebildet bin würde jetzt sagen der schicksal hafte Bereich?

00:11:24: wir können auch neudeuts sagen was is the zone of influence und was ist das was außerhalb derer ist?

00:11:31: aber es ist für mich ein erster Schritt um zu gucken, wie kann ich ins Handeln kommen?

00:11:35: Und nochmal das fängt im tagtäglichen an.

00:11:37: Wie gehe ich mit meinen Mitarbeitenden um?

00:11:41: Wie schreibe ich E-Mails?

00:11:42: Wie gehe in Kontakt miteinander?

00:11:44: Welche Themen hebe ich auf die Agenda und wo muss und darf ich auch annehmen?

00:11:49: Das liegt jetzt zu diesem Zeitpunkt nicht an meinem Handlungsbereich.

00:11:53: Und wie kann Ich es schaffen da auch eine Akzeptanz für zu entwickeln?

00:11:57: Ja ist ja eigentlich schon erster ganz konkreter Tipp dass man sich das mal bewusst macht Wo habe ich Einfluss?

00:12:04: Und wo habe ich den eben nicht, um auch selber gesund zu bleiben.

00:12:09: Ich finde es aber schon ein bisschen dilemma weil manche Einflussen oder Zuständigkeit kommt.

00:12:16: dann vielleicht wenn ich an Politik denke ja auch so ein bisschen Quaramt.

00:12:21: und wenn ich jetzt in einem größeren Kontext denke was Bürgerinnen und Bürger überhaupt nicht hören wollen und können ist wenn man sagt da bin ich nicht zuständig.

00:12:34: Und das ist auch was, was ich total ungern sage und wo ich schon oft das Gefühl habe ja dann muss ich mich halt zur Not irgendwo einmischen.

00:12:44: aber wenn ich dir zuhöre dass es genau das was einen krank machen kann oder etwas ungesund sein kann was einen die Erschöpfung bringen kann weil man eigentlich gegen Mauern rennt

00:12:56: Also ich kann diese Frustration total verstehen.

00:12:58: Ich stelle mir das auch recht bildlich vor, wenn du da sitzt und denkst, shit!

00:13:02: Ich bin gar nicht zuständig.

00:13:03: aber das ist genau nicht die Antwort oder die Reaktion, die ich geben möchte.

00:13:08: Und trotzdem finde ich muss es da ja nicht aufhören.

00:13:10: Es kann ja sein dass du sagst, ich bin dafür nicht zuständig Aber... ...ich habe hier einen Kontakt für einen Kollegen, für eine Kollegin.

00:13:18: Oder es gibt vielleicht eine Initiative oder ein Projekt, die da involviert sind.

00:13:24: Oder vielleicht könnten Sie, könntest du nochmal an der oder der Stelle schauen?

00:13:28: Also ich finde dieses Ich bin nicht zuständig dafür.

00:13:31: wenn es denn de facto so ist muss ja kein Schlusspunkt sein sondern könnte eher wie so einen Semi-Colon sein Wunach es noch weitergeht, wo du Wege aufzeigen kannst ohne dass du verantwortlich sein musst.

00:13:43: Und ich denke das ist im Kleinen wenn wir jetzt darüber sprechen wie gehe ich mit einem Amt um?

00:13:47: was kann ich auch innerhalb eines Teams möglicherweise delegieren?

00:13:51: genauso wie in dem größeren Kontext und ja es gibt auch Momente und Situation wo's heißt werde ich jetzt aber dafür zuständig?

00:14:01: Vielleicht war das bisher Quarant nicht so, aber ich sehe dass sich bestimmte Einflussmöglichkeiten habe oder vielleicht ein bestimmtes Netzwerk.

00:14:09: Oder ich hab irgendwo eine Kooperation aufgebaut und ich sehe, dass ich vielleicht dafür zuständig werden kann und kann den Bürger der Bürgerinnen auch rückmelden gab es bisher nicht Aber ich probiere mal die oder die Schritte.

00:14:21: also für mich ist ganz wichtig Nicht zu sagen Ich bleibe da stehen sondern ich gucke auch darüber hinaus Und ich kann vielleicht auch Wege aufzeigen selbst wenn ich nicht die Person bin, die gerade zuständig ist oder vielleicht auch die Kapazitäten dafür hat.

00:14:34: Mit diesem Wegeaufzeigen finde ich auch ganz schön dass man auch die andere Personen so ein bisschen mit rein holt und der ja auch die Möglichkeit gibt selbst wirksamkeit zu entfalten.

00:14:43: also du hast was erkannt und ich unterstütze dich da deinen Weg weiterzugehen.

00:14:47: das ist her auch schön, wenn man also jetzt von Demokratie gedacht so ich hole dich auch mit rein ins demokratische System und du kannst da mitgestalten.

00:14:56: Du hast vorhin schon ein bisschen angesprochen ja dass das manches natürlich auch so Grenzen hat.

00:15:04: also an sich muss das System erst mal kennenlernen hast du auch gesagt?

00:15:09: Und dafür ist ja vielleicht auch eine zeitlang so die gewisse Beobachtungsrolle oder auch eine gewisse Anpassungsfähigkeit notwendig.

00:15:19: Wie würdest du denn sagen, wo endet denn eine gesunde Anpassungsfähigkeit?

00:15:23: Und wo beginnt dann irgendwie auch so ein bisschen der Selbstverrat.

00:15:26: Wie erkenne ich diesen Punkt?

00:15:29: Erst mal finde ich ist es ganz gesund sich auch in einem System und nochmals gibt ganz unterschiedliche Systeme anzupassen.

00:15:36: Ich denke da immer wieder an den Philosophen- und Managementberater Reinhard Sprenger.

00:15:40: Der hat mal gesagt wir sollten in unseren Rollen authentisch sein Und das für mich so ein Schlüsselmoment, wo ich dachte es stimmt.

00:15:49: Natürlich bin ich wenn ich mit meinen Neffen und Nichten unterwegs bin Tante und agiere anders als wenn ich hier sitze und mit dir in den Podcast gehe oder wenn Ich meine Rolle als Geschäftsführer von der Stiftung ausführe oder Partnerin bin.

00:16:04: also wie kann ich authentisch in diese Rolle gehen und mich damit natürlich auch an das System, an den Kontext, an die Aufgaben anpassen?

00:16:12: Das finde ich erst mal ganz gesund.

00:16:14: Und ich fände es eher schwierig, wenn Menschen sagen würden Ich bin in jeder Rolle gleich und das heißt nicht dass es eine Rolle ist die künstlich ist oder wie Theater spielen ist sondern die eine Facette von uns ist.

00:16:28: Es ist gut und wichtig, dass wir ganz unterschiedliche Facetten haben.

00:16:31: Du wirst es kennen als Mutter hast du ne andere Rolle und gehst du anders mit deinem Umfeld um als in der Rolle als Politikerin.

00:16:40: Das erst mal anzuerkennen.

00:16:42: Das darf, das muss vielleicht sein damit ich auch gut in den Strukturen arbeiten kann ist für mich der erste Schritt.

00:16:48: Du hast jetzt gesagt beziehungsweise die Frage gestellt wo beginnt denn so ein Selbstverrat?

00:16:54: Wann gehe ich vielleicht noch über meine Grenzen hinweg?

00:16:57: und Ich finde die erste Der erste Hinweis darauf ist wenn ich merke dass es in mir nicht mehr stimmig.

00:17:07: also ich merk irgendwie würde ich eigentlich lieber nicht aber ich mache das jetzt doch Und in meiner Sprache, ich arbeite hier ganz viel auf Basis von Werten.

00:17:17: Von einer Sinnorientierung würde ich immer sagen der Selbstverrat beginnt dort wo ich nicht mehr gemäß meiner Werte handle und das kann sich auch im Ganz-Ganz-Klein zeigen.

00:17:28: und wenn Ich dann anfange nur noch zu funktionieren anstatt aus mir heraus zu etwas beizutragen wo ich sage Das finde ich sinnvoll dafür lohnt es sich einzustehen sondern einfach nur Aufgaben erfüllt, Checklisten erfüllen und nicht mehr kongruent mit dem was mir persönlich wichtig ist agiere.

00:17:46: Und vielleicht kommen wir danach zu ab.

00:17:49: es gibt ganz unterschiedliche übrigens auch physische Merkmale wo dieser Selbstverrat wie du es jetzt genannt hast oder diese zu starke Anpassungsfähigkeit weil's in so einem selbst verleugnen kippt auch sichtbar wird.

00:18:04: ja wenn ich plötzlich nicht mehr gut schlafe wenn ich ständig gereizt bin wenn ich, habe ich leider relativ häufig bei Klienten ein verändertes Hungerempfinden ab.

00:18:15: Entweder ich esse ganz viel um mich emotional zu regulieren oder ich esse gar nichts mehr weil mir was schwer im Magen liegt.

00:18:20: also auch da haben wir in der deutschen Sprache ganz viele Bilder die uns Hinweise darauf geben können.

00:18:26: wann gehe ich dauerhaft über eine Grenze die mir nicht mehr gut tut und womöglich erste Hinweise auch darauf?

00:18:35: Macht es mit mir?

00:18:36: und ist das nicht jetzt der Punkt, wo ich in so eine Art Selbstverrat komme?

00:18:41: Genau.

00:18:42: Das wären meine Fragen auch gewesen.

00:18:43: also ich höre auf jeden Fall raus sich seiner Werte bewusst zu sein sind auch so ein Schutzfaktor.

00:18:50: Und du hast jetzt schon einige Frühwarnzeichen auch genannt Wo man eben auch so merkt okay da drohe vielleicht auch gesundheitlichen Schaden zu nehmen Wenn ich sowas an mir feststelle was kann Ich dann tun?

00:19:04: Was kann ich selber tun, wo kann ich mehr Hilfe holen?

00:19:07: Also das Erste ist überhaupt das Wahrnehmen.

00:19:10: Und immer wieder nicht dass es in so eine Hyperreflexion gelangt aber immer wieder mal einchecken auch ehrlich mit sich selbst vielleicht auch mit dem Partner der Partnerin vielleicht auch Mit einem Team.

00:19:22: wo stehe ich eigentlich?

00:19:22: wie geht's mir eben?

00:19:24: schlafe Ich gut Wie ist denn meine gestimmtheit?

00:19:26: Kann ich überhaupt noch abschalten?

00:19:28: Bin ich vielleicht ständig krank?

00:19:31: Auch das kann ganz gute Hinweis sein.

00:19:34: Und als Zweites das erst mal anzunehmen.

00:19:37: Okay, das ist der Status quo finde ich gerade nicht schön gibt mir vielleicht eine Traurigkeit und Enttäuschung eine Wut insbesondere wenn es an strukturelle Themen geknüpft ist und dann nochmal den Blickwinkel da drauf werfen Wo kann ich mir Unterstützung holen?

00:19:54: Das hast du jetzt auch gesagt, das kann anfangen im ganz kleinen direkten Umfeld mit einem Team.

00:20:00: Mit Kolleginnen und Bekannten vielleicht aus deinem Umfeld zu sprechen Wenn man sagt, hey das reicht mir nicht.

00:20:11: Ich habe das Gefühl da ist irgendwie was was tiefer liegt und wo ich jetzt aus eigener Kraft und mit Gesprächen und Reflektieren nicht rauskomme dann gibt es ganz ganz wunderbare Menschen die entweder über ein Coaching oder wenn's den Schritt weiter geht über eine psychotherapeutische Begleitung eine super Unterstützung bieten können.

00:20:29: Und mir ist es so ein Anliegen des Nichts noch weiter zu stigmatisieren sondern eher zu sagen Hey!

00:20:35: Wenn wir uns einen Bein brechen und merken dass tut weh Und da ist der Knochen gebrochen, dann würden wir uns ja auch Unterstützung holen.

00:20:42: Warum tun wir das nicht bei anderen Herausforderungen die kommen?

00:20:45: Mein Wunsch wäre und ich kenne es von einer befreundeten Richterin dass das viel mehr auch strukturell implementiert wird.

00:20:53: also die hat ganz ganz viel mit Sexualstraftaten zu tun und sagt sie kriegt mit die Kollegen Kolleginnen von der Polizei kriegen Supervision im Gefängnis kriegen Supervision.

00:21:05: und sie als Richterin, Sie hat alle Infos die ganzen Akten vorliegen.

00:21:09: Sie hat Bilder im Kopf Und das ist einfach nicht vorgesehen.

00:21:13: und da denke ich mir bräuchte es strukturell Nicht nur an Knüpfungspunkte sondern in Prinzip Programme oder auch Routinen wie eine Supervision Wie einen Check-in wo man sagen kann Ich stehe hier mit den Herausforderungen.

00:21:30: Ich merke wir haben gerade über Frühwarnsignale gesprochen.

00:21:33: Da passiert was Und wie kann ich denn jetzt einen guten Weg finden?

00:21:36: Was liegt an mir?

00:21:38: Manchmal haben wir ja auch die Stellschraube an unseren Abläufen, Gewohnheiten was zu ändern und wo brauche ich aber auch Änderungen im Außen.

00:21:48: Andere Routinen Unterstützung Themen delegieren etc.

00:21:53: Wenn ich dir die Frage vielleicht zurückstellen darf weil unser Kontakt sich ja noch mal intensiviert hat nachdem du ja auch wie ich finde sehr mutig und gleichzeitig klar dich mit so einem Thema auch geäußert hast in sozialen Medien letztes Jahr.

00:22:08: Was hat dir geholfen oder was hätte dir vielleicht auch geholpen?

00:22:18: Ich würde sagen, dass sozusagen mir ist ja auch mehr um die Strukturen ging und ich mich jetzt nicht in einer akut schlechten Situation gefühlt habe also ich weiß das es von vielen auch so gelesen wurde wo's mir sozusagen auch mehr darum ging auch mal zu sagen, also so anzusprechen.

00:22:41: Da stimmt was in unserem System nicht und das war glaube ich einfach auch mal ein gutes konkretes Beispiel, was weniger Meter ist.

00:22:51: aber in der Tat habe ich mir auch tatsächlich für mich überlegt okay auch ich persönlich muss etwas verändern kann so nicht weitermachen.

00:23:01: und bisschen was du gesagt hast dass man ehrlich zu formulieren im Team mit den Mitarbeitenden auch zu Hause, mit meiner Familie.

00:23:12: Wo wir auch nochmal geguckt haben was sind Zuhause Strukturen wo ich entlastet werden kann oder was wir umstellen müssen, wo wir uns vielleicht noch mal etwas anders aufteilen müssen aber auch hier im Team.

00:23:23: also das sind dann ganz praktische Sachen gewesen.

00:23:25: seitdem trägt mein Team immer eine Mittagspause ein wo ich zum warmen Essen komme oder wir haben eingeführt, dass ich Schreibtischzeit im Kalender hab.

00:23:37: Weil ich gesagt habe Ich kann nicht all meine Termine auf dem Weg in der Tram vorbereiten.

00:23:43: Also sozusagen ja genau das ehrlich zu benennen und dann auch gemeinsam also für mich allein aber auch gemeinsam zu überlegen Ja was können wir eigentlich an den Strukturen sozusagen ändern?

00:23:57: Was ja nicht so sein muss welche Regeln können wir verändern Und das einfach auch zu implementieren.

00:24:06: Das nimmt schon ganz viel Druck raus, weil man Zeit zum Durchatmen gewinnt.

00:24:11: Mir kommt da gerade noch ein Gedanke den ich immer wieder... Ich begleite ja auch junge Führungskräfte und Gründer in einem Coaching-Prozess.

00:24:20: Was ganz oft hilft ist Sachen die so implizit im Raum sind, explizit zu machen!

00:24:28: Also die meisten von uns kriegen ja mit.

00:24:31: Genau, wir sind

00:24:32: irgendwie belastet und es ist so eine Schieflage irgendwas stimmt hier nicht und das kann übrigens im persönlichen sein aber natürlich auch ganz akut in unserem Arbeitsumfeld bis hin zu dem politischen Betrieb.

00:24:46: jeder weiß es ein bisschen, jeder hat das eine oder das andere Gefühl dazu und ich habe schon ganz oft die Erfahrung gemacht wenn da eine Person ist die sagt Ich benenne es erst mal,

00:24:58: ich mache es explizit.

00:25:00: Das

00:25:00: wirkt total entlasten und da ist noch gar nichts an Lösungen oder so passiert sondern erstmal anerkennen Es ist so!

00:25:06: Das meinte ich vorhin mit das Wahrnehmend bewusst machen und dann erstmal akzeptieren Aha!

00:25:11: Das ist unser Status quo.

00:25:13: Aus der Achtsamkeit würden wir jetzt sagen Ohne Urteil zu betrachten und im Moment zu Betrachten.

00:25:20: Kann man jetzt so oder so drauf schauen, aber wichtig das erst mal anzusprechen und alle im Raum gefühlt denken sich so.

00:25:26: endlich hat's mir jemand gesagt ich habe doch schon immer gedacht und Ich finde dass öffnet auch wieder ein raum um dann was ist jetzt von von dir beschrieben?

00:25:35: Und es ist ja ein Beispiel von vielen In den austausch zu gehen?

00:25:40: was braucht es denn?

00:25:40: was könnte denn wirklich helfen?

00:25:43: Da, glaube ich, liegt ganz viel Potenzial für Veränderungen.

00:25:46: Weil dann können wir auch in Ruhe auf die Spielregeln schauen und sagen brauchen wir sie wirklich?

00:25:51: Und ich habe das Gefühl... weil du sagtest was kann helfen an wem kann man sich wenden.

00:25:57: Viel mehr als die Frage und es beobachte schon auch kritisch im sozialen Medien Was jetzt alles noch?

00:26:04: wie kann ich mich noch optimieren wo muss ich jetzt noch mich verbessern, gesundheitlich bestimmte Werte anstreben.

00:26:12: To-do-listen Projektmanagement Systeme implementieren ist mir eigentlich eher die Frage was können wir lassen?

00:26:23: Was brauchen wir nicht?

00:26:25: und wir menscheneigen dazu lieber zu akkumulieren und viel anzuhäufen.

00:26:30: das ist ganz unterschiedlich.

00:26:31: begründet aber dass es eine frage die ich zum beispiel meiner Roller auch als begleitende Person, aber genauso als Geschäfts- und der Stiftung die ich leite.

00:26:40: Immer wieder Versuche an mich selbst zu stellen, aber auch im größeren Kontext bei Ganste sagen wir noch ein System und noch einen Tool und noch ein To Do auf der Liste während es manchmal eigentlich sogar viel häufiger hilfreich wird zu sagen was können wir lassen?

00:26:56: Was brauchen wir nicht mehr?

00:26:57: Was können wir streichen?

00:26:58: Und das fällt uns gar nicht immer so leicht.

00:27:00: Total witzig, dass du das sagst.

00:27:02: Weil das war im Team Jofix nach der Weihnachtspause mein Play-Doyer auch ans ganze Team weil also wenn ich jetzt nicht nur von mir ausgehe dann muss ich ja davon ausgehen es betrifft das ganze System.

00:27:15: Klar!

00:27:15: Dass ich auch gesagt habe wir hatten dann auch noch mal hier ein bisschen Umstrukturierung Rollen ein bisschen neu verteilt und auch mit Arbeitsstunden wo das eh so ein Thema war wo man das angepackt haben Und wo ich dann auch so gesehen habe, boah!

00:27:31: Auch meine Mitarbeitenden haben sehr viele verschiedene Aufgaben.

00:27:35: Wo ich nach der Weihnachtspause gesagt hab, guck mal was ihr weglassen könnt und für uns gemeinsam noch mehr Fokus.

00:27:43: letztendlich das ist unser Jahresmotto.

00:27:47: Ja weil ich das ganz wichtig finde und da bin ich auch wieder beim Strukturellen um systemischen.

00:27:54: Für Politik ist es ja immer wichtig dass du überhaupt mit dem Thema durchdringst das sozusagen noch mal hilft, aber ich glaube auch dass die Qualität auch nochmal besser wird.

00:28:03: Weil wenn du dich verzettelst und zehn-zwanzig Sachen machst, es reduzierst, fokussierst auf ein paar wenige Punkte dann können sie auch noch besser werden.

00:28:12: und das ist was wir überall haben in der Demokratie besonders brauchen.

00:28:17: Und ich glaube in dieser Reduzierung mit einem Fokus kannst du Leute viel besser mitnehmen auf deine Reise!

00:28:23: Ja, auch wenn wir jetzt darüber sprechen stelle ich mir zumindest vor du bist immer wieder in Kontakt nicht nur mit Kolleginnen aus dem politischen Kontext sondern natürlich auch mit Bürgern-Bürgerinnen.

00:28:32: Da bist Du ja ganz, ganz aktiv.

00:28:33: und dann aber zu sagen mich das, dass das und übrigens hier brauchen wir noch was und noch etwas anzusagen.

00:28:39: Das lassen wir jetzt alles mal weg und lass uns auf die ein oder zwei Themen schauen kann glaube ich auch an der Stelle helfen gemeinsam was zu bewegen anstatt zu sagen Ich für mich als Einzelperson versuche nur was zu machen.

00:28:51: Dann können Leute mehr Mit auf die Reise mitnehmen.

00:28:55: Und was mir jetzt auch noch kommt, ob deine Frage ich glaube, was mir auch noch sehr geholfen hat oder mir wichtig war?

00:29:01: Jetzt zum Beispiel mit dem Podcast.

00:29:03: Mir war es wichtig dass wir nicht nur so in einer Problembeschreibung stecken bleiben und ich ist jetzt mal ausgesprochen habe und wir dann individuell hier im Team etwas verändern sondern das ich auch gesagt hab.

00:29:14: wenn ich ehrlich bin und das war vollendes Thema okay wie kann ich als Individuum strukturell eine Veränderungen anstoßen?

00:29:22: muss ich auch so ehrlich sein.

00:29:24: Ich kann jetzt auch nicht aus der Pistole geschossen, hier drei Punkte aufzählen wo ich sage also klar ein paar niedrigschwellige Sachen wie man vielleicht einen Team-Meeting anders organisieren kann oder so.

00:29:33: das geht ein bisschen schneller.

00:29:35: aber an diesen großen Berg von ja wie verändert man jetzt so ein System?

00:29:40: Wie du gesagt hast zu einem Unwohlsein zu bemerken dass man sagt dann setze ich mich mit dem aber auseinander und mach es zu einem Arbeitsschwerpunkt Ja, da ist zwar irgendwie so dieses Unwohlsein.

00:29:52: Sondern auch sagen okay dann mach ich mich auf die Suche und nehm das auch irgendwie ernst dass mich das offenbar beschäftigt.

00:29:58: Und da finde ich sind wir aber bei einem ganz wichtigen Punkt den ich immer wieder beobachte.

00:30:02: Das heißt aber auch... ...dass wir dann in die Verantwortung gehen ja?

00:30:06: Und dass wir wirklich sagen Ich guck mal was es für Lösungen gibt!

00:30:10: Ich spreche mal mit Menschen.

00:30:11: Ich schau mal wie wir's vielleicht anders machen können.

00:30:14: Damit will ich nicht sagen, dass eine einzelne Person dysfunktionale Systeme aushalten oder gar retten sollte.

00:30:22: Aber damit meine ich schon, dass wir alle insbesondere – das gilt ja für Demokratie genauso – eine Verantwortung haben der wir auch gerecht werden

00:30:31: sollten.".

00:30:32: Das meinte ich vorhin.

00:30:32: so mit dem Dilemma ne?

00:30:33: Ich bin vielleicht nicht zuständig oder so aber gerade unsere Demokratie lebt davon als ich sage natürlich bin ich nicht zuständig und als Bürgerbürgerin bin ich nie mandatiert für irgendwas für unsere Demokratie oder wenn ich im Bus mitkriege, jemand wird rassistisch beleidigt.

00:30:53: Das ist nicht einfach so zu sagen ja passiert halt blöd sondern nein auch da hast du eine Verantwortung und das finde ich es ebenso.

00:31:01: der Punkt wo ich sage ja natürlich hat mich jetzt niemand mandatiert oder die Aufgabe gegeben kümmere dich doch mal drum aber ihm zu sagen Ja aber wenn ich mich nicht verantwortlich fühle und sag Ich nehme das jetzt in die Hand kann es auch von jemand anderem erwarten und ist ja dann auch so.

00:31:21: vielleicht ein großes Wort, aber irgendwo auch dieses Gefühl.

00:31:23: ich mache mich aber auch mitschuldig.

00:31:25: Und lasst dieses Thema am Laufen und sagt Ja, dann passiert das halt weiter so.

00:31:29: Na ja und was ich ganz spannend finde ist dass ja oft der Effekt eintritt wenn eine Person anfängt sich in der Hinsicht verletzlich zu zeigen und sowas auch zu benennen und an einem eigenen Beispiel sehr präsent zu machen.

00:31:41: Dann fühlen sich andere auch ermutigt und ermächtigt zu sagen Mir ist es auch mal so gegangen.

00:31:45: Meine Geschichte ist vielleicht ein bisschen anders, aber ich habe was Ähnliches erlebt

00:31:49: und

00:31:50: plötzlich wird ja auch etwas sichtbar.

00:31:52: das finde ich ist ja auch bei kranken System ganz ganz schwierig das auf den Punkt zu bringen und ganz genau zu benennen.

00:32:00: na was

00:32:00: isst denn?

00:32:01: Welche Dynamik wirken eigentlich?

00:32:02: Genau!

00:32:03: Was passiert hier eigentlich unterschwellig?

00:32:05: und umso wichtiger finde ichs dann auch zu sagen hey wir fangen mal an darüber zu sprechen implizites explizit zu machen Wir benennen das und darüber geben wir in großen Anführungsstrichen auch die Erlaubnis, dass andere es auch machen können.

00:32:21: Ja?

00:32:21: Auch darüber sprechen sich austauschen und dann zu gucken hey!

00:32:25: Wir sind ja gar nicht alleine.

00:32:26: Auch das wird übrigens ganz ganz entlastend.

00:32:29: ich bin hier gar nicht die einzige.

00:32:31: Und wie können wir da gemeinsam Weg finden?

00:32:34: was für Lösungen gibt's denn und vielleicht sind die nicht übermorgen direkt auf dem Silbertablett da aber zumindest sind wir auch da wieder einen Schritt weiter und das finde ich ist so wichtig kleinen Schritte zu würdigen, die manchmal sehr lang brauchen.

00:32:48: Das muss ich dir nicht erzählen wo wir viel Ausdauer brauchen, die aber auch wichtig sind weil wenn wir sie gar nicht gehen kommen wir nicht nach vorne.

00:32:55: Ja absolut.

00:32:56: also das ist auch was was ich gemerkt habe und es schöne ist dass dadurch natürlich sich auch Räume öffnen auch Gesprächsräume und man dann auch die Köpfe zusammenstecken kann und eben sagen kann okay was entwickeln wir jetzt für Lösungen?

00:33:11: das eine allein, dass er auch gar nicht in seinem Kopf entwickeln kann.

00:33:15: Du hast jetzt vorhin auch schon ein bisschen dieses Thema Selbstoptimierung angesprochen und es ist glaube ich eben auch was ganz schnell passiert, dass man eigentlich so sich denkt ja ich muss irgendwie mein Zeitmanagement noch optimieren und wo kann ich da bei mir ansetzen?

00:33:33: Reicht das habe ich schon bei dir raus gehört eher nicht.

00:33:36: oder geht's eigentlich eher so um Energie, um Grenzen und Prioritäten.

00:33:43: Hast du richtig rausgehört?

00:33:45: Ich glaube nicht dass ein noch besseres Zeitmanagement funktioniert denn selbst wenn ich ein sehr gutes Zeit-Management habe aber wenn ich weiß wofür ich die Sachen mache wird es schwierig.

00:33:54: also das wird mich eine zeitlang sagen mal am laufen halten in einem hamsterrad das wird mir aber keine neue energie geben und das wird mehr auch keine stabilität geben.

00:34:03: und ich hab's vorhin schon gesagt auch psychotherapeutisch ausgebildet, nach Viktor Frankl der immer wieder gesagt hat worauf richten wir uns eigentlich aus?

00:34:12: Also wozu lohnt es sich und meine beste Erklärung für sowas ganz abstraktes wie Sinn und Werte wäre.

00:34:21: Sinn ist wieso der Nordstern?

00:34:23: dafür lauf ich los.

00:34:24: ja das ist die Richtung in die ich gehen möchte Und die Werte sind so meine Leitplanken Die Werte.

00:34:33: Und egal wie gut mein Zeitmanagement ist, wenn mir nicht klar ist, wozu mache ich das überhaupt?

00:34:39: Wir profitierten davon.

00:34:40: Was kann ich denn damit bewegen?

00:34:42: Dann wird es ganz, ganz schwierig über lange Zeit bei Kräften zu bleiben und das wäre auch eine Frage die immer wieder Leuten stellen würde, beziehungsweise ist auch Tour.

00:34:52: Was ist denn dein Wozu?

00:34:53: Und damit es mir ganz wichtig ist nicht gemeint ich möchte den nächsten Karriere Schritt gehen oder ich möchte ein Gehalt von XY haben sondern damit ist gemeinten Sinn in dem das es zu etwas größerem Beitrag was vielleicht auch über mich hinausgeht ja wo ich möglicherweise Teil von bin wo es aber nicht nur ein um mich selbst kreisen ist, welche nächste Stufe welches Gehalt welches Auto sondern was ist denn das größere ganz?

00:35:21: und dann kann ich von da aus zurückgehen und sagen Welche Schritte sind den notwendig?

00:35:25: Und Was ist denn auch jetzt angesagt.

00:35:29: Was ist die Priorität?

00:35:31: Was müssen wir machen und was können wir auch weglassen?

00:35:33: also Ich bin großer Freund davon zu priorisieren zu gucken was ist wichtig was ist sinnvoll und von da aus weiterzugehen.

00:35:41: Und dann kann natürlich ein gutes Zeitmanagement helfen, gar keine Frage!

00:35:46: Aber das allein wird es nicht

00:35:47: richten.".

00:35:49: Jetzt haben wir schon so über diese positiven Aspekte gesprochen wie entlastend es wirken kann was dafür Gesprächsräume entstehen können.

00:35:56: aber es gibt auch die andere Seite dass du als Störfaktor wahrgenommen werden kannst wenn du mal laut aussprichst, dass hier doch etwas im Argen liegt.

00:36:07: Jetzt haben wir über Grenzen-Prioritäten gesprochen.

00:36:10: Was ist denn, wenn ich jetzt das erkannt habe und sage okay, ich will mehr Grenzen setzen?

00:36:16: Wie kann ich ihn wirklich in die Umsetzung bringen ohne dann als unkollegial oder nicht belastbar?

00:36:23: Das ist ja auch... Wenn du sagst ok, ich möchte schon auch Karriere machen muss aber irgendwie hier zeigen dass ich ein ganz harter Hund bin und mit allem zurecht komme oder so ein bisschen als schwierig gelte?

00:36:35: also das sind ja Gerade Sachen, die oft Frauen betreffen.

00:36:38: Die ist schwierig und zicke oder macht es nicht.

00:36:42: Oder eben gerade dieses Thema Belastbarkeit gibt's dafür Strategien, die du uns vielleicht zum Abschluss noch an die Hand geben kannst?

00:36:51: Also im allerbesten Fall hilft es vorher Rollen und Verantwortlichkeiten zu klären und ein gutes Verständnis auch untereinander zu haben.

00:37:00: für was bin ich zuständig, verantwortlich.

00:37:03: Was liegt in meinem Bereich?

00:37:05: Und welche Kapazitäten wie viel Zeit, Budget

00:37:08: etc.,

00:37:08: habe ich denn dafür?

00:37:10: Weil je klarer das ist, desto besser kann ich mich natürlich auf diesen Rahmen berufen und sagen, pass auf mit dem sind wir gestartet!

00:37:17: Das liegt jetzt in meiner Verantwortung.

00:37:19: Damit möchte und muss ich einen Weg finden – und das vielleicht auch nicht dass wir ein gesellschaftliches thema haben insbesondere mit blick auf frauen die dann schnell als nicht belastbar zickig schwierig gelten während himmer für einen weiteren podcast nicht nur eine folge sondern irgendwie ganzen podcast.

00:37:40: und da denke ich hilft es immer wieder auch bei sich einzuchecken und zu sagen was tut mir jetzt gut?

00:37:47: das kann ich ehrlich Und will ich auch gegeben dem, wofür ich mich engagieren möchte umsetzen und was auch nicht.

00:37:53: Und auch da ist meine Erfahrung hilft es... Ich hatte letztens eine Klientin bei der es um das Thema Vertretung im Mutterschutz ging und was muss bis dahin alles passieren?

00:38:04: Die ich ermutigt habe so gut es geht!

00:38:06: So sehr sie sich in diesem Fall wohl gefühlt hat dass auch relativ klar zu benennen und zu sagen mir ist wichtig in dem Fall, in der Schwangerschaft

00:38:14: gut

00:38:14: für mich und das Baby sorge.

00:38:16: Und bestmöglich natürlich die Vertretung vorbereite worüber sprechen wir genau?

00:38:23: Und vielleicht auch die anderen Teil haben zu lassen.

00:38:25: Das kann ich jetzt gut schaffen.

00:38:27: Und hier habe ich auch eine Grenze und das heißt nicht dass wir deswegen bestimmte Leistungen nicht erbringen sollten.

00:38:33: aber da müssen wir eben gucken wie kann es einen anderen Weg geben?

00:38:36: also als Antwort vielleicht im besten fall erstens im Vorhinein klären worüber sprechen wir, wenn es um diese Aufgabe, die Rolle dieser Verantwortlichkeit geht und zweitens eine ganz klare Kommunikation, die auch diesen Bezugsrahmen aufgreift.

00:38:53: Und drittens, wenn man merkt das geht gerade nicht aus welchem Grund auch immer so früh wie möglich dass benennen, um das nicht noch schlimmer werden zu lassen sondern zu sagen okay shit wir haben uns irgendwie verkalkuliert oder ich merke das geht grade gesundheitlich nicht nächste Krise, die da ist.

00:39:14: Wir müssen das benennen und wir müssen jetzt gucken wie können wir das Ziel nicht aus dem Blick verlieren?

00:39:19: Und trotzdem vielleicht den Weg anpassen

00:39:21: hast.

00:39:22: für alle, die jetzt vielleicht sagen An diesen Themen würde ich gerne weiterarbeiten ja auch ziemlich tolles Angebot entwickelt.

00:39:30: Magst du uns da noch was drüber erzählen?

00:39:34: Total gern und es kam tatsächlich auch durch den Austausch mit dir.

00:39:38: also danke dir für die Inspiration.

00:39:40: Ich bin ja seit vielen Jahren tätig in der Begleitung von Menschen im Coaching-Bereich, auch im psychotherapeutischen Bereich.

00:39:47: Und ich stelle immer wieder fest, dass gerade Personen die wirklich einen Wandel anstoßen wollen und es kann mit Blick auf das Klima sein oder mit Blick Auf Gleichberechtigung oder mentale Gesundheit ganz oft an ihre Grenzen kommen.

00:40:00: Die sind sehr stark selbst und für andere und irgendwann merken sie Puh mir geht sozusagen die Luft aus oder ich bräuchte mal den Raum indem mich reflektieren und gut einchecken kann.

00:40:09: Und ich habe mir überlegt, was ist das, was ich reingeben kann ins System?

00:40:14: Wo noch ganz viel Veränderung ansteht.

00:40:16: Was aber vielleicht ein kleiner nexter Schritt sein kann und hab dafür das Impact Stipendium ins Leben gerufen über mein Business Meeting in Morvo.

00:40:24: Ich pro Quartal eine Person begleite die in irgendeiner Weise... sich gesellschaftlich engagiert, dann einen Unterschied macht und sagt das wird mir total gut tun.

00:40:34: Da mal ein Ansprechpartner haben einen Raum in dem ich mich mitteilen kann, indem ich Unterstützung kriege.

00:40:40: Man kann sich jedes Jahr jedes Quartal neu bewerben und die ersten Stipendien laufen ist einfach eine ganz tolle Aufgabe.

00:40:48: auch mit den Menschen zu arbeiten würde ich sagen oh die möchte ich besonders gerne unterstützen weil diese mutig sind und den Schritt gehen und Wandel anstoßen trotz aller Hürden Krankensysteme.

00:41:01: Ja, dann möchte ich mich da ganz herzlich für dein Engagement und das tolle Angebot bedanken.

00:41:05: wir verlinken das auch gerne nochmal in den Show Notes.

00:41:08: fürs anstehende Quartal kann man sich dann noch bei dir bewerben und melden und ich finde es auch so ein schönes Beispiel.

00:41:16: Ich finde es gerade in diesen Zeiten so wichtig ich erlebte so dass ganz viele Menschen aufs Bedürfnis haben sich einzubringen politisch demokratisch zu wirken Aber dann sagen, muss ich jetzt gleich in der Partei?

00:41:28: oder da sehe ich mich nicht so.

00:41:31: Oder aber dann die Frage wie kann ich mich einbringen?

00:41:33: und ich finde das ist ein total schönes Beispiel wo man sieht politisch wirken heißt nicht unbedingt noch mehr zu tun sondern die vorhandenen Ressourcen die eigenen Fähigkeiten einfach gezielt einzusetzen.

00:41:47: ja wo man sagen kann Wie kann Ich jetzt hier etwas beitragen was mich selber vielleicht relativ wenig Aufwand kostet und das vorhandene einfach zielgerichtet zu nutzen.

00:41:59: Also für mich ein ganz tolles Beispiel, danke dafür!

00:42:01: Und danke dass du hier warst und für deine Zeit und dein ganzes Wissen.

00:42:06: Danke dir und danke, dass ich da sein konnte.

00:42:14: Nina und Ich haben uns im Nachgang zu dem Gespräch auch noch unterhalten und es war ihr auch nochmal ein ganz großes Anliegen, dass sich das an der Stelle nochmal sage, wenn's irgendwie geht so'n System nie verlassen sollte, weil man muss ganz ehrlich sein.

00:42:30: Andere Systeme haben ja auch so irre Dynamiken und man entkommt denen irgendwie auch nicht.

00:42:35: also es war an keiner Stelle eine Aufforderung jetzt scharenweise die Politik zu verlassen um Gottes Willen.

00:42:42: aber man muss natürlich schauen dass man darin gesund bleibt und das klingt jetzt vielleicht echt wie ne Binse Aber ich finde es trotzdem so wichtig wer in der Realität dann doch nicht so selbstverständlich ist, Dauerüberlastung und Selbstüberforderungen sind kein Beweis für euer Engagement.

00:43:06: Im Gegenteil ich bin echt davon überzeugt wenn ihr euch traut auch auf euch zu achten Dann haben wir eigentlich erst die Chance auch ein System zu verändern und es noch gesunder zu machen Und Ich glaube damit steigern wir auch Die Wirksamkeit des Systems als Ganzes.

00:43:21: Jetzt hatten wir zwei Folgen wo's eher um persönlichere Themen vielleicht auch gingen und das heißt in der nächsten Folge da werden wir wieder ein bisschen mehr Meter, da sprechen wir über Wirkung mit Laura Krumminger.

00:43:35: Ich freue mich wenn ihr da wieder einschaltet!

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