Wie erzählen wir wieder Zukunft, Michael Müller?
Shownotes
In dieser Folge von Zukunftsschmiede spreche ich mit Prof. Dr. Michael Müller. Er hat Literaturwissenschaft und Philosophie studiert und war bis vor Kurzem Professor für Medienanalyse und Medienkonzeption an der Hochschule der Medien Stuttgart. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet er als narrativer Organisationsentwickler. Kennengelernt haben wir uns auf dem Podium eines Jugendkongresses im Bayerischen Landtag. Wir sprechen darüber, was ein Narrativ eigentlich ist und warum Politik seit dem Mauerfall fast nur noch reaktive Zukunftsgeschichten erzählt: Die Globalisierung kommt, die KI kommt, wir müssen uns anpassen. Was fehlt, sind proaktive Visionen, die Menschen emotional mitnehmen. Michael Müller erklärt, warum die Currywurst ein Stellvertreterwert ist und warum ein Narrativ nie im stillen Kämmerlein entsteht. Er stellt die vier Bausteine vor, mit denen sich ein Narrativ bauen lässt: Story-Listening, Story-Doing, Storytelling und Story-Co-Creation. Ein Beispiel ist ein Carsharing-Verein, der ganz ohne Gemeinderatsbeschluss ein Dorf verändert hat. Am Ende ist klar: Menschen glauben einer Geschichte nur, wenn sie zu ihren eigenen Erfahrungen passt.
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zur Zukunftsschmiede.
00:00:01: Mein Name ist Julia Post, ich bin Landtagsabgeordneter aus München und ich bin überzeugt die Art und Weise wie wir Politik machen, die braucht dringend ein Update.
00:00:09: Und genau darüber spreche ich heute mit Michael Müller.
00:00:13: er hat Literaturwissenschaften und Philosophie studiert und war bis vor kurzem Professor für Medienanalyse- und Medienkonzeption an der Hochschule der Medien Stuttgart.
00:00:25: Er hat auch ein Buch geschrieben unter anderem politisches Storytelling.
00:00:30: Und deshalb ist er der perfekte Gast mit mir heute darüber zu sprechen, wie wir eigentlich einen Narrativ und Vision für unser Land entwickeln.
00:00:43: Dieser Ruprik will ich euch ja mal ein bisschen mitnehmen was wir jetzt konkret in meinem Team und ich persönlich verändert haben.
00:00:51: Was uns vor einiger Zeit aufgefallen ist, bis ja nicht nur in der Politik so, sondern auch in anderen Feldern so.
00:00:58: Man steckt immer wahnsinnig viel Zeit rein Termine vorzubereiten.
00:01:02: also allein was so Orga betrifft hat man genug Catering wie viele Personen kommen hat man sie alle bei der Pforte angemeldet.
00:01:09: aber natürlich auch inhaltlich dass man sagt okay wie soll der ganze Ablauf sein welche Message sollte auch irgendwie rüberkommen?
00:01:17: und dann ist mein erst mal irgendwie so cool geschafft die Veranstaltung ist vorbei der ganze Druck fällt vielleicht auch von einem ab und man ist froh, dass man die gut über die Bühne gebracht hat.
00:01:30: Und dann steht ja auch meistens schon die nächste Veranstaltung an, die man organisieren kann.
00:01:35: Uns ist aufgefallen das gerade wie wir jetzt auch versuchen Veranstaltungen neu aufzusetzen.
00:01:42: ich hatte euch vor kurzem mir auch erzählt, dass wir eine neue Event Reihe gestartet haben wo wir auch verschiedene Communities zusammenbringen wollen aus Start, Verwaltung und Startups wo wir eben in so eine Co-Creation Phase einsteigen.
00:01:58: Und da ist es wahnsinnig wichtig, dass wir diese Termine und Veranstaltungen nicht nur gut vorbereiten und uns wirklich gut überlegen was soll da eigentlich passieren?
00:02:09: Sondern das wir die vor allem gut nachbereiten!
00:02:13: Denn da passiert ja wahnsinn ich viel und da steckt dann... Da steckt ein wahrer Schatz drin, was da in der Zeit alles geschaffen wurde.
00:02:21: Das ist natürlich inhaltlich, wo vielleicht auch mal parlamentarische Initiativen entstehen.
00:02:26: Aber mir ging es jetzt auch ganz oft so gerade Zwischentöne also auch vielleicht was dann gar nicht so im Workshop Format als Co-Creation Phase auf irgendeinem Post-It gelandet ist sondern grade auch in so Gesprächen Gedanken im Austausch vielleicht auch beim Kaffee wenn dann irgendwie gesagt wurde das und des fehlt oder Ja, gerade so ein Start-up zum Beispiel nahe ich mich.
00:02:52: Die gesagt haben uns fehlender manchmal auch so Zugänge zur Verwaltung dass wir daraus dann zb eben auch gesagt haben eigentlich könnten wir so wieder in Vernetzung treffen also einen follow up event sozusagen daraus machen.
00:03:08: oder Wir hatten im vergangenen oktober Zum ersten mal ein WC Frühstück bei uns Im Landtag wo eben auch ganz viel input kam.
00:03:16: was würde eigentlich jetzt helfen, um Start-ups die den Staat als Kunden haben.
00:03:22: Also so GavTech Start ups zum Beispiel dass die mehr Zugänge auch zur Verwaltung bekommen?
00:03:29: oder was ist bei denen so ein Pain Point?
00:03:31: Das war häufig so.
00:03:31: dieses Thema Die kennen sich zu schlecht mit Vergabe und mit Ausschreibungen aus.
00:03:38: Und jetzt haben wir zum Beispiel Als Folge Event daraus vor kurzem einen Workshop genau dazu gemacht wo wir eben für Verwaltungen und für Start-ups einen Vergabeworkshop gemacht haben.
00:03:53: Da ging es einerseits darum, wie könnten Vergaben vielleicht auch innovationsfreundlicher und startupfreundlich gestaltet sein?
00:04:01: Und aber weil mein Anspruch ist lernen in beide Richtungen das ungekehrt die startups von der Verwaltung gelernt haben Wie funktioniert diese Ausschreibung Wie können wir sozusagen viel besser an Aufträge auch kommen.
00:04:20: Und das hat natürlich auch wieder viel Arbeit gemacht, aber war sozusagen auch ein aktives Zuhören bei den Menschen die ja schon mal bei uns waren und dass wir gesagt haben okay da wollen wir sozusagen daran anschließen und nicht nur froh sein dass wir dieses Event über die Bühne gebracht haben sondern da auch so einen roten Faden fortführen.
00:04:45: Und das kann ich euch auf jeden Fall ans Herz legen, dass ihr sozusagen auch für euch im Team nochmal richtig einplant und überlegt was steckt jetzt eigentlich in dieser Veranstaltung die wir gemacht haben drin?
00:05:00: Also was leiten sich dafür to do's ab?
00:05:04: Was steckt da inhaltlich drinnen?
00:05:05: aber was stecken eben auch vielleicht an neuen Formaten wieder drin?
00:05:13: Ich freue mich, dass wir heute mal über ein bisschen was anderes hier im Podcast sprechen und zwar haben wir uns vergangenes Jahr bei einem Jugendkongress im Bayerischen Landtag kennengelernt wo sie auf dem Podium waren.
00:05:29: Wie entwickelt man eigentlich ein Narrativ?
00:05:31: Und wenn ich so an aktuelle Debatten denke, dann ist das so'n ganz häufiger Satz den Ich höre.
00:05:37: Ja wir brauchen wieder so eine Zukunftsvision, Zukunftsnarrativ für unser Land.
00:05:42: Eins ist es vielleicht eher negativ.
00:05:44: was ich gerade höre ist oftso.
00:05:46: in Deutschland geben bald die Lichter aus wo man wo man so merkt dass ist irgendwas was wir uns grade über uns selber erzählen.
00:05:53: Wo sich aber eher so ne Abwärtsspirale entwickelt und viele so dieses Bedürfnis haben.
00:05:57: Menschen müssen auch irgendwie wieder positive Geschichten erzählen.
00:06:00: Deshalb so als erste Frage an Sie, was ist denn eigentlich überhaupt Narrativ?
00:06:06: Also es ist ja auch manchmal ein Modewort im Moment geworden, habe ich manchmal den Eindruck vielleicht haben sie da auch berühmte Beispiele aus dem politischen Raum für uns wo man mal merkt okay das ist ein Narrativ und wozu brauche ich das überhaupt?
00:06:21: Ja, Narrativ ist wirklich so ein Modebegriff geworden der für alles Mögliche verwendet wird Und die Bedeutung dann ein bisschen verschwimmt.
00:06:30: Ich komme ja von der Erzähltheorie her, da ist ein Narrativ letztlich die Struktur, die hinter einer ganzen Menge von Geschichten steht.
00:06:38: Also zum Beispiel man könnte das liebes Narrativ sagen Das ist am Anfang ist jemand einsam Dann verliebt er sich oder sie und am Ende ist er glücklich oder sie glücklich verheiratet.
00:06:51: Das ist eigentlich die Struktur, die Hinter Romeo und Julia steckt.
00:06:53: Das sind sehr Tod am Schluss, aber nicht glücklich.
00:06:55: Aber egal, dass immer hinter solchen Gruppen von Geschichten steckt und ebenso könnte man bei gesellschaftlichen Geschichten sagen also durch das Ausländerfeindlichkeitsnarrativ, das immer wieder vom Geschichten ja da haben Ausländern randaliert oder jemand vergewaltigt usw.
00:07:15: Und all diese Geschichten verdichten sich zu einem Narrativ, dass dann gewissermaßen zum Glaubenssatz wird.
00:07:22: Also Migration ist schlecht für uns.
00:07:25: Das ist so ein typisches Narrativ in unserer Gesellschaft, das negatives Narrativ ist aber von sehr vielen Parteien mitbedient wird zum Beispiel auch mit solchen Straßenbildnarrativen wie sie März geäußert hat und so weiter.
00:07:46: letztlich ist es immer so.
00:07:47: also man sagt jede Geschichte hat die Struktur Anfang, Transformation Ende.
00:07:52: Das hat Aristoteles schon so gesagt im Anfang ist irgendwas dann verändert sich was da dann?
00:07:56: es ist anders und das ist die Struktur die hinter jedem Narrativ steckt.
00:08:01: Und dann gibt's halt diese großen Narrative wie zum Beispiel der Maxismus Es gibt die proletarische Revolutionen und dann kommt die klassenlose Gesellschaft also solche große Narrative Die ganze Gesellschaft verändern oder eben kleinere wie zum Beispiel Fortschritts-Narrativ.
00:08:24: Nur durch Fortsschritt werden wir unsere Gesellschaft weiterentwickeln, oder Wachstumsnarrativ was ja so ein Dogma in der Ökonomie ist.
00:08:32: eine Wirtschaft ist nur gesund wenn sie wächst.
00:08:36: also das sind Beispiele für Narrative die von kleinen Glaubens setzen die vielleicht jeder von uns hat bis hin zu großen Glaubenssätzen oder Ahnnahmen sind und die entstehen immer doch ganz viele Erfahrungen, Erlebnisse oder Erzählungen.
00:09:00: Also es war ja interessant dass zum Beispiel so um neunzehner fünfzig als die Pegida anfingen und auch die AfD so anfing das da in Leipzig zum Beispiel sehr viel mehr so ausländerfeindliche Narrative kursiert sind als zum Beispiel in Stuttgart, obwohl in Leipzig fast keine Migranten waren.
00:09:23: In Stuttgard aber sehr viele.
00:09:25: Also das setzt sich auch doch immer wieder behaupten und immer weiter erzählen werden solche Narrative immer verbreitet und verherrten sich dann in einem bestimmten Kontext.
00:09:38: Das ist schon eine Technik sozusagen dass man es einfach immer wieder erzählt ist die Technik das anzuwenden und zu verbreiten.
00:09:47: Erst dadurch entsteht ja Narrativen, nur weil ich es einmal erzähle.
00:09:49: Es ist noch keine
00:09:51: Geschichte oder eine
00:09:52: Behauptung so okay.
00:09:54: und Haben sie noch positive Beispiele?
00:09:58: Ist sowas wie yes we can.
00:09:59: ist das ein narrativ im Sinne von?
00:10:02: wir erzählen uns jetzt Ja Wir können das wir schaffen dass wer es wird uns gelingen.
00:10:07: Also das ist ein Narrativ.
00:10:09: also des hinter dann mehr Erzählungen steckt was wir alles ins positive verändern können auch Klima-Wandel, also Klimaschutz.
00:10:20: Also wir schaffen es den Klimawandel aufzuhalten.
00:10:24: Es wäre ein positives Narrativ an dem man immer mehr zweifelt wenn man die Politik anschaut.
00:10:32: Und warum braucht man jetzt in der Politik einen Narrativ?
00:10:42: Oder braucht man das überhaupt?
00:10:44: Brauchen oder nicht brauchen sie ist es da?
00:10:47: Es ist immer ein Narrativ da, egal ob es ein positives oder negatives ist.
00:10:55: Es gibt immer eine Menge von Glaubenssätzen zum Beispiel über Zukunft die einfach da sind und im Moment sind sie eher negative Zukunftsnarrative so alle stehen kurz vor dem Ende irgendwie und wir wissen alles wird schlechter usw.. nicht gut ist natürlich, wenn diese solche Narrative dominieren.
00:11:20: Die große Frage ist dann wie kann man sowas ändern?
00:11:24: Da habe ich auch keine eindeutige Lösung aber vielleicht so einzelne Ansätze, wie man das machen kann.
00:11:30: Ja erzählen Sie, da bin ich jetzt gespannt also weil... Also wenn ich sie richtig verstehe, narrativ ist Eda und es wäre eigentlich an Demokratinnen und Demokraten dann zu sagen okay, wenn es Eda isst, dann sorgen wir dafür dass wir eine positive Geschichte erzählen Positives Narrativ entwickeln.
00:11:46: und jetzt mich gespannt.
00:11:48: Die Frage ist immer auf welcher Ebene das dann geht, vielleicht so eine kleine Rückblick?
00:11:55: Es gibt von den Politikwissenschaftlern Kraste von Holms, es gibt so eine Untersuchung dass eigentlich die Seite der Wände also seit die Mauer gefallen ist und letztlich das Gefühl da war, dass der Westen den Kalten Krieg gewonnen hat gab ja auch von Fukuyama, dieses Buch das Ende der Geschichte.
00:12:18: Jetzt ist alles gut jetzt brauchen wir eigentlich nicht mehr weiter denken.
00:12:24: die Marktwirtschaft und die Demokratie haben gesiegt und es hat sich offenbar so eingebräckt.
00:12:30: also ist deren Bestandaufnahme dass wird in den letzten dreißig Jahre die Politik in Europa oder im Westen verzichtet hat Zukunftsvisionen zu entwickeln, sondern man eigentlich nur... Ich schreibe da gerade so ein Seder drüber.
00:12:49: Nur reaktiv auf Zukunft reagiert haben.
00:12:52: also wir haben lauter Zukunftsnarrative.
00:12:54: Ah ja die Globalisierung kommt!
00:12:56: Da müssen wir uns anpassen.
00:12:57: Also Anpassungsnarrative Die Digitalisierung kommt Jetzt kommt die KI Dann müssen wir mitmachen.
00:13:08: Wir haben immer noch reaktive Zukunftsmodelle Das steckt ganz tief in uns drin und keine Proaktiven, also die so werden.
00:13:17: Wir wollen in den zwanzig Jahren.
00:13:19: wollen wir eine Gesellschaft sein, die dies und dies realisiert oder wir wollen aufbrechen zu was neuem.
00:13:27: Wir wissen noch nicht genau wo es hingeht aber wir wollen etwas positiv ins Neue verändern.
00:13:32: Also das wären proaktive Zukunftsnarrative Und die fehlen weitgehend.
00:13:39: vielen vielen Jahren wird immer wieder gesagt, wir brauchen neue Zukunftsnarrative.
00:13:42: Aber keinem fällt ein richtiges ein und die Frage ist ob wie weit es von oben initiiert werden kann?
00:13:56: Es gab ja so Aufbrüche wie zum Beispiel Fridays for Future.
00:14:01: das war wirklich einen Aufbruch von dem die Grünen auch profitiert haben dann bei der vorletzten Bundestagswahl.
00:14:09: der Soziologe Leggevi hat damals schon gesagt, das wird wieder versanden wenn die nicht über den Klimaschutz hinaus weitere Visionen entwickeln wie sich unsere Gesellschaft weiterentwickeln können kann.
00:14:24: Weil sonst bleibt so ein Freie.
00:14:27: des für Future ist auch ein reaktives Narrativ.
00:14:29: wir bekämpfen irgendwas so Kampfnarrative Wir bekämpfen Corona die CO-Zweihausstoß.
00:14:40: Und das kann kurzfristig motivieren, aber nicht langfristig weil irgendwann brauche ich ein Bild.
00:14:47: was will ich eigentlich erreichen und zwar als Bürger in meinem persönlichen Leben auch aber auch als Gesellschaft.
00:14:55: Da fehlt es glaube ich im Moment vor allem diese proaktiven Zukunftsbilder die ein bisschen weiter sind als nur Ziele zu formulieren
00:15:06: Das auch der Link würde ich sagen, warum ich sie in den Podcast eingeladen habe und wo sich unsere Themen treffen.
00:15:12: Da wäre nämlich so meine These das wir in der Politik jetzt als politische Akteure, wo ich uns schon eben auch an der Verantwortung sehe solche Narrative zu gestalten oder zu entwerfen, wo wir auch sagen wie wollen wir gestalten?
00:15:25: Wie wollen wir nicht nur reagieren dass uns da einfach die Zeit fehlt beziehungsweise wir uns die Zeit nicht nehmen weil es ist ja auch nichts was zwischen zwei Terminen am Reisbrett entwerfen, sondern da muss ich schon ein bisschen Hirnschmalz reinstecken.
00:15:41: Das ist vermutlich auch im Prozess, da werden wir im Laufe des Gesprächs auch noch drauf kommen.
00:15:45: aber das hat wirklich auch, ja, ich sag mal rein organisatorische Gründe auch weil man halt so ausgelastet ist mit dem Tagesgeschäft und von einem Termin zum nächsten hetzt.
00:16:00: in der Regel betrifft nicht nur Politik überhaupt wahrscheinlich unsere Wirtschaft.
00:16:05: Aber in dem Fall fehlen uns dann einfach wirklich die Zeit, dass man sich dafür mal den Raum nimmt und sagt an sowas arbeiten wir.
00:16:14: Das ist meine Beobachtung aus meinem politischen Alltag und hat mich den Eindruck das es woanders anders ist.
00:16:23: Jetzt haben sie selber auch schon so gesagt Zukunftsvisionen was ist der Unterschied zwischen Narrativ und Vision?
00:16:30: Ich habe das Gefühl, das wird häufig synonym verwendet.
00:16:33: Stimmt das oder?
00:16:36: Eigentlich ist also ich verstehe.
00:16:37: Also natürlich verstehen verschiedene Leute was anderes darunter, aber ich versteh unter einer Vision gewissermaßen ein Set von Narrativen die Schwamig nicht so ganz konkret beschreiben wie wir in Zukunft leben wollen.
00:16:54: Wie unsere Gesellschaft in Zukunft aussehen soll.
00:16:58: Schwammig deswegen weil keiner kann die Zukunft wirklich voraussagen oder voraus sehen Sondern es muss eine Möglichkeit zur Abweichung geben, sonst wären es reine Ziele auf die man losstürmt und dann vielleicht kleinere Schritte sind.
00:17:16: Aber die Vision sollte ein größeres Bild haben das weitermalbar ist für alle, die beteiligt sind.
00:17:25: Und das wäre dann so.
00:17:26: ein Set von Narrativen zum Beispiel könnte da drin sein in einem Zukunftsbild.
00:17:33: Ich wünsche mir in der Gesellschaft zu leben, wo ich auf jedem Dorf, dem ich lebe, in zehn Minuten Fußweg bei alle jede Stunde ein Verkehrsmittel erreiche.
00:17:41: Das mich in die nächste Stadt führt oder irgend sowas.
00:17:45: Das könnte dann ein Narrativ sein das zu diesem Bild sich zusammensetzt.
00:17:50: Gleichzeitig könntest du natürlich den Klimaschutz sein.
00:17:53: gleichzeitig können es aber auch soziale Narrative sein, die dann dazu gehören also dass Wohnen wieder günstiger wird und so weiter oder noch weitere zukünfte die eine neue wirtschaftsordnung zum beispiel sich ausdenkt.
00:18:15: irgendwie.
00:18:17: sowas wäre ja dringend nötig.
00:18:19: allerdings passiert dann nicht arg viel weil da immer dieses schwarz-weiß denken naja wenn die freie marktwirtschaft nicht, dann ist er planwirtschaften.
00:18:28: Die funktioniert auch nicht natürlich Vielleicht gibt es tausend Möglichkeiten zwischen den beiden.
00:18:33: Es
00:18:33: fehlt manchmal so ein Vorstellungskraft, das könnte auch etwas ganz anderes sein was wir noch nicht kennen.
00:18:38: und da ich spreche einfach von einem Schieberegler also zwischenschwarz und weiß gibt's wie in Samtonstudios einen Schieberegler wo man einfach verschiedene Möglichkeiten Denkmöglichkeiten mal ausprobieren kann.
00:18:50: Was wäre dann noch möglich?
00:18:52: Weil Sie jetzt gesagt haben Zieleprogramme kommen jetzt mal von meiner Partei würde ich schon den Anspruch nehmen dass sehr viele tolle Ziele haben, wo wir eben sagen ja zum Beispiel soll mindestens einmal in der Stunde auch in ländlichen Regionen der Bus fahren.
00:19:09: Zum Beispiel weil sie das auch genannt haben.
00:19:15: aber ich habe auch auf den Eindruck dass so viele gute Ziele wo man ja auch sagt es ist schon in die Zukunft gerichtet und Menschen sozusagen von anderen Parteien, die stellen uns damit vielleicht doch so ja was soll das kosten?
00:19:37: und so ein bisschen auch als naiv da.
00:19:40: Aber selbst das wo ich sage ja Ich würde schon sagen dass wir in die Zukunft gerichtet sind und es da auch Ziele gesetzt haben und es jetzt nicht so ist, dass wir nicht wissen wo wir hin wollen aber der fehlt noch etwas um daraus einen Narrativ und eine Vision zu machen wenn ich sie richtig verstehe.
00:19:56: weil ist es nicht auch so, dass Vision und Narrativ sozusagen auch dieses emotionale beim Menschen dann berühren.
00:20:04: Dass sie nicht nur sagen ja klingt schon gut das Wohnen wieder bezahlbar sein soll oder so finden alle gut und Bürokratie soll auch abgebaut werden oder so.
00:20:12: aber es berührt mich vielleicht noch nicht so dass ich sage cool das ist jetzt eine Bewegung Ich bin dabei.
00:20:19: Das ist glaube ich der schwierige Punkt.
00:20:21: wie kann ich die Leute emotional mitnehmen?
00:20:27: Das ist glaube ich, also da haben wir gerade die Grünen auch in letzter Zeit viele Federn gelassen.
00:20:33: Also so weil es dann immer so den sich als Verbotspartei dann eingeordnet wurde.
00:20:40: und ich denke das ist immer die Frage ob man sowas findet was dann wirklich so zündet wie dieses yes wie cairn von Obama dass dann wirklich zündete.
00:20:53: oder ganz alt aus der mottenkiste kenne dies.
00:20:57: In zehn Jahren werden wir einem Menschen auf den Mond schicken.
00:21:01: Das war zwar wahnsinnig weit weg vom Leben der Menschen, aber es hat eine Begeisterung geschaffen, eine Technik-Begeisterung die man heutzutage aus ökologischen Gründen verzweifelhaft sehen muss, aber trotzdem... Es war ne Begeisterung, die alle mitnimmt und sowas fehlt.
00:21:18: Was kann so ein Narrativ sein?
00:21:20: So einen Titel über dieser Vision, die die Leute begeistert und mitnimmnt?
00:21:26: Da ist eben zum Beispiel im ökologischen Kontext wird der Wahnsinnig, sind diese Überschriften oft so dass sie als Verbot ankommen.
00:21:39: Das geht ja bis runter.
00:21:39: ich habe noch einmal Gedanken gemacht warum diese verdammte Currywurst so wichtig ist das alle immer sagen Ich lass mir meine Currywörse nicht wegnehmen und ich lasse mir mein Schnitzel nicht weg nehmen.
00:21:50: Das sind glaube ich so Stellvertreter Werte für das Leben in dem ich mich eingerichtet habe.
00:21:58: Und wenn ich das Gefühl habe, ich darf es nicht mehr essen.
00:22:02: Weil alle immer nur von gesunder Ernährung reden und die Eliten reden immer noch vom Gesundernährung und was ich tun muss, dann ist da nicht ... Da geht's gar nicht um die Currywurst, sondern es geht.
00:22:15: kann ich mein Leben als normaler Mensch noch so leben wie ichs mir eingerichtet hat?
00:22:21: Die große Kunst wäre Wie kann ich andocken an das Leben der Menschen?
00:22:26: Da hätte ich eine Idee
00:22:28: Da bin ich gespannt.
00:22:30: Ich arbeite ja seit mehr als zwanzig Jahren als narrativer Organisationsentwickler auch und also wir haben die Methode entwickelt, Narrative OrganisationsEntwicklung Die damit beginnt.
00:22:42: vor dem Storytelling kommt das Story Listening.
00:22:46: Das heißt Wir sammeln erst die Geschichten der Mitarbeitenden im Unternehmen in dem wir narrative Interviews machen Wo wir einfach nur sagen erzählen Sie doch mal vom ersten Tag in diesem Unternehmen bis heute was so alles passiert wird ist Und dann lassen wir die einfach erzählen.
00:23:01: Das werden wir aus und dann kriegen wir raus, was eigentlich so die Muster sind, die da sind.
00:23:07: Also im Moment herrschen eine Narrative?
00:23:10: Genau in dem Unternehmen.
00:23:12: Da kommt ja so absurdes Zeug raus wie das in einem Unternehmen alle von der alten Chefin erzählen, die sehr strikt war aber wenigstens wusste man woran man ist und es war gut und die heutigen können das nicht mehr.
00:23:27: zwölf Jahren in Pension gegangen.
00:23:29: Aber auch Mitarbeiter, die sie gar nicht mehr erlebt haben, erzählten immer von ihr.
00:23:34: Also das sind dann so Narrative, die in einer Gesellschaft da sind.
00:23:38: genau und nur auf der Basis kann man dann antucken mit Veränderungsprozessen oder mit neuen Narrativen, mit veränderungsnarrativen an den Narratifen, in denen die Mitarbeitenden leben.
00:23:55: wenn sie sich verstanden fühlen könnte es auch in einer Gesellschaft sein, was natürlich ein wahnsinniger Aufwand ist.
00:24:04: Aber man muss nicht mit alle erzählen lassen aber so ein größeres Story-Listening-Projekt einmal zu machen wo und wie leben eigentlich die Menschen?
00:24:14: In welchen Glauben setzen?
00:24:15: In welche Narrativen?
00:24:17: Und wie kann man da andocken?
00:24:20: Und das wäre in dem Fall, wenn man Bürgerinnen und Bürgern einfach fragen würde?
00:24:23: Genau.
00:24:23: Aber eben nicht Fragen sondern sie zum Erzählen auffordert weil wenn mal Menschen fragt dann kriegt man ihre Meinungen und meine Erfahrung ist Meinungen haben nicht arg viel zu tun mit ihrem Handeln.
00:24:36: Das bringt mich auch schon so ein bisschen zur Frage Wer ist denn jetzt im Driver Seat um so narrativ zu entwickeln?
00:24:45: oder wem würden Sie empfehlen wer sollte das machen sollte dass Ein einzelner Abgeordneter machen sollte.
00:24:51: Das kann es auch kommunal sein, ein Bürgermeister für seine Gemeinde muss das der Bundeskanzler oder der Bundespräsident sein?
00:25:00: Wenn wir so ans ganze Land denken also weil ich meine Es kann sich ja durchaus auch regional unterscheiden dass man auch irgendwie sagt zu Ja wie in München Wir sind die Welt statt mit Herz So ist auch narrativ was für uns erzählen und das wirkt dann regional.
00:25:15: hier vor Ort Und eine andere Stadt ein paar Kilometer weiter erzählt sich irgendwas anderes über sich.
00:25:22: Das heißt, man ist ja offen auch für mehrere Geschichten, mehrere Narrative.
00:25:26: aber jetzt konkret für die Politik.
00:25:28: wenn wir sagen für Deutschland, für Bayern an wem ist es zu sagen ok ich entwickle jetzt einen Narrativ und setze mich daran.
00:25:38: Also die Initiative sollte natürlich von irgendjemand der in der Politik aktiv ist kommen.
00:25:44: Es würde nie funktionieren, dass einer sich hinsetzt und im stillen Kämmerchen ein zukunftsnarrativ oder eine Vision ausbrühtet.
00:25:53: Weil das kann immer nur kollaborativ funktionieren weil es immer darum geht die verschiedenen Sichtweisen mit einzubeziehen.
00:26:01: also es könnte zb in der Gemeinde könnte sich zum Beispiel eine Fraktion sagen wir wollen dann neues Narrativ für unsere Gemeinde entwickeln zum Beispiel zu solchen Erzählrunden, um kennenzulernen wo drückt eigentlich da genau der Schuh.
00:26:20: Man täuscht sich dann nämlich oft.
00:26:21: man denkt immer mal weiß wo alle da schuht drückt aber oft ist es sind ganz andere Dinge oder man... Es gibt eben diese Stellvertreterwerte wie die Currywurst, die verdeckt worum's eigentlich geht in den Dingen.
00:26:39: also ich würde immer dafür plattieren das mit mehr mehreren oder vielen Menschen zusammen machen, so ein Narrativ zu entwickeln.
00:26:48: Damit meine ich jetzt nicht basisdemokratisch das jeder seine Senf dazu sagen kann aber dass man zum Beispiel die Geschichten sammelt, die Erfahrungen von vielen Menschen sammeln und des dann weiterentwickelt vielleicht in einem Team dessen dafür zuständig ist für eine Gemeinde, für den Landkreis, für eine Stadt.
00:27:08: Das heißt es wird ja schon irgendwie auch immer versucht Wahlkampagnen oder so, dass man dann narrativ entwickelt.
00:27:20: Aber wenn ich ihn zuhöre, dann klingt es so, das funktioniert eigentlich nicht, wenn man sich jetzt hinsetzt und sagt wir machen zwei Workshops, zwei Workshop-Tage und heute entwickeln wie ein Narrativ.
00:27:30: So funktioniert's nicht!
00:27:32: Ich glaube nicht, auch meine Zielgruppe höre in Stellvertretung durch einzelne Leute mit ihnen die ich auch mal erzählen lasse was sie so erwarten.
00:27:42: Okay, das heißt der allererste Schritt wenn ich ein Narrativ entwickeln wäre würden Sie empfehlen diese Story Listening zu machen und dann ist es ganz ja auch ein Prozess.
00:27:53: Das ist da ein Prozess also wie man wieder nicht dieses Team dass dann zuständig ist zum Beispiel bei ihrer Partei das zu entwickeln das dann weiterzuentwickeln und das ernst zu nehmen was sie da gehört haben.
00:28:08: Und wie würde man dann ganz konkret weitermachen?
00:28:11: Also man würde dann diese Geschichten, die man gehört hat im Storylisting auswerten.
00:28:17: Also oft geht es einfach durch ein Glastern.
00:28:20: was für Typen von Geschichten kommen da oft, kommen oft Geschichten über Wohnen kommen oft oder was ist so im Alltagsbewusstsein präsent und vordergründig präsente bei den Leuten?
00:28:36: Und worauf führen sie sowas zurück das nicht funktioniert was funktioniert für sie?
00:28:41: und so weiter.
00:28:42: Und das dann auswerten gemeinsam?
00:28:45: Also wir machen das in Unternehmen oft, sodass man die aufnehmen und inzwischen von KI transkribieren lassen, was ganz gut funktioniert und dann eben klastern oder sogar klasdern lassen von der KI teilweise, was auch inzwischen ganz gut funktioniert um dann rauszukriegen.
00:29:03: Was sind eigentlich die kleinen Narrative In denen und um die unsere Bürger erleben, in welche Geschichten sind sie verstrickt?
00:29:14: Gibt es einen Philosophen Wilhelm Schab, der mal ein Buch geschrieben hat.
00:29:17: In Geschichten verstrickt sind wir alle also in solche Glaubenssätze, in solche Narrative was wir annehmen und was wir nicht annehmen.
00:29:27: Und das zu kennen kann ein guter Ansatz... Also so erleben wir es in Organisationen immer Kann ein gutter Ansatzpunkt um neue Narrative zu entwickeln Und man weiß dann sofort, dass sie angedockt sind an denen die Sie erreichen sollen und nicht gewissermaßen in der Landtagsbubble oder Parteibubble irgendwo nur Resonanz finden.
00:29:53: Okay also das ich emotional angeddockt bin und wie mache ich dann weiter?
00:29:57: Dann weiß ich okay das ist das was wir uns gerade erzählen, dass das was Leute umtreibt wo man sie emotional auch abholen kann
00:30:07: so eine Visionsentwicklung.
00:30:09: Also was wäre eigentlich unsere Vision zum Beispiel als eine Partei, wie wir in zwanzig Jahren das für eine Gesellschaft wieder haben wollen?
00:30:20: Wenn man jetzt mal alles zusammennimmt, wie könnte man so ein Bild malen?
00:30:23: In Unternehmen lassen wir oft die Führungskräfte dann ohne Worte malen.
00:30:27: also ein Bildmalen weil wenn man sie schreiben lässt dann den immer die üblichen Bullet Points Nachhaltigkeit ganz wichtig genau Und Kundenordentierung, genau.
00:30:38: Sondern einfach ein Bild malen wie das so ist und dann in einem Brückstritt sich zu überlegen okay wer?
00:30:44: wenn man das ganze dieses diesen Wegen die Zukunft jetzt als eine Geschichte betrachtet haben wir den Anfang von der Geschichte nämlich wo stehen eigentlich unsere Bürger im Moment oder unsere Mitarbeitenden?
00:30:57: Wir haben das Ende von der geschichte oder ein volkiges Vorstellung von dem Ende der Geschichte.
00:31:04: Und was wären jetzt erste Schritte dahin, das sich dann zu überlegen?
00:31:11: Man kann es nicht die ganze Geschichte wahrscheinlich oder kann man ganz sicher nicht durchplanen.
00:31:16: Dass man sagt und dann kommt das und dann aber die ersten Schritte.
00:31:21: und da arbeiten wir immer gern mit dem Begriff des Experiments Was könnte man mal ausprobieren ob dass eine Veränderung in die richtige Richtung gibt?
00:31:32: also zum Beispiel Also in Unternehmen ist das dann immer, wir probieren mal aus eine andere Kommunikationskultur zusammen zu kriegen.
00:31:39: In dem mehrere Mitarbeitende sich vornehmen, immer wenn sie morgen ins Büro kommen fröhlich Hallo zu sagen.
00:31:50: Das klingt total lächerlich aber das ist total hat totale Veränderungen gemacht weil die Leute merken es ändert sich was.
00:32:00: und da glaube ich geht's dann wirklich darum mit kleinen Dingen anzufangen diese ersten Schritte, also kleine Veränderungen zu machen die vielleicht in dieses Narrativ der Vision einzahlt wenn sie, wenn die kommuniziert wird.
00:32:20: Also es ist immer Menschen glauben an Geschichten nur wenn sie sich mit ihren Erfahrungen treffen.
00:32:27: Das heißt narrativ darf dann auch nicht nur ein Text sein sondern muss gelebt werden.
00:32:31: Genau Ja, oder dass vielleicht an bestimmten Orten kleine Projekte gemacht werden.
00:32:42: Die das dann ver, die irgendwas verändern, ökologisch verändern?
00:32:47: Oder an der Wohnraumsituation verändern oder irgend sowas?
00:32:52: Genau weil.
00:32:53: das ist ja.
00:32:53: also zum Unternehmen.
00:32:54: es ist vielleicht auch manchmal ein bisschen leichter wenn man auch hierarchischer sagen kann so jetzt probieren wir das mal aus und auch wenn man vielleicht sagt bin noch nicht so überzeugt aber mache ich mit und merke Ach ja, ganz gute Veränderung.
00:33:09: Wie bring ich das jetzt im politischen Raum rein?
00:33:11: Indem ich sage, ich gestalte diese Straße mal um es wird eine Fußgängerzone oder ich pflanze hier ein paar Bäume und sehe ach dass ist sehr toll wie sich jedes Klima in der Straße verändert.
00:33:24: zum Beispiel warum nicht?
00:33:25: also Es gibt in unserer Gemeinde gibt so eine Initiative Leerstehendes lokal zu verwenden um so was ähnlich wie das Ähnliches, wie das Belvedere Monaco zu machen.
00:33:42: Ein Restaurant wo jeden Tag Migranten aus anderen Ländern kochen und jeden Tag gibt es ein anderes Essen, sowas einfach mal auf die Beine zu stellen.
00:33:52: Ich denke wenn es sowas gibt in so einem Dorf wird es eine Veränderung im der Einstellung oder das ist die Hoffnung einer Veränderungen in der Einstellungen gegen Migrantinnen bewirken.
00:34:06: Also das wären auch so kleine Initiativen.
00:34:11: Und ich merke immer, dass gerade in der Kommunen oft die denke ist ja wir müssen das im Gemeinderat einbringen und dann muss man da eine Mehrheit finden und dann ist es meistens schon gestorben wenn man nicht die Partei mit der Mehrheit ist sondern... Ich würde sagen sucht euch Leute einfach.
00:34:31: vielleicht gibt's Leute die Geldgeber sein könnten für so'n Projekt.
00:34:35: Vielleicht gibt es Leute, die man so mitnehmen kann und das einfach mal auf die Beine zu stellen.
00:34:41: Ohne Gemeinderat am Gemeinderate vorbei auch aber zum Beispiel mit Beteiligung von Leuten aus der Partei.
00:34:52: Und dann ist das in der Welt und dann sieht's auch schon ganz anders aus.
00:34:58: manchmal wenn man nachträglich eine Zustimmung braucht oder vielleicht eine Langfristigkeit vom Gemeinderaten.
00:35:06: Das wäre tatsächlich auch meine Frage gewesen, weil man als Oppositionspartei bleiben einem oft ja irgendwie nur Text und Worte.
00:35:16: Weil man eben nicht politische Beschlüsse fassen kann die dann auch umgesetzt werden und Realität werden.
00:35:24: aber das heißt da lohnt sich sozusagen auch außer parlamentarisch zu denken dass man sagt okay Wir haben nicht die Mehrheit, aber wir können mit dem vorpolitischen Raum gemeinsam Initiativen starten oder wir können vielleicht auch als Ortsverband selber sagen.
00:35:39: Wir gestalten diesen Platz gemeinsam.
00:35:44: oder ich denke jetzt gerade an eine Parteifreundin, die so im Kommunalwahlkampf dann neuen Raum geschaffen hat, den sie dann gemeinsam gestrichen haben der auch der Zivilgesellschaft zur Verfügung steht, die auch so gesagt hat ja eben nicht nur reden sondern machen gemeinsam und sehen wir, wie sich dieser Raum verändert hat?
00:36:04: Genau.
00:36:04: Also ich glaube das ist eigentlich die wichtigste Möglichkeit einfach Fakten zu schaffen und Beispiel und das nennt wir immer Story-Doing dann also gewissermaßen irgendwas zum Machen was dann wieder eine Geschichte wird und darüber kann man dann erzählen und dass kann man in Verbindung bringen mit der Vision und sagen Das ist ein erster Schritt dahin wo wir hin wollen Aber es kann erlebt werden, zumindest für die Gemeinde oder fürs Land.
00:36:35: Oder was auch immer ein welcher Größe das ist.
00:36:39: Ich glaube Veränderung im Denken von Menschen zu verzeugen braucht immer ein Leben nie alleine Kommunikation.
00:36:51: Das funktioniert nicht.
00:36:53: Kommunikations ist sehr wichtig aber wenn alle das Gefühl haben ja die reden nur und Wenn das Narrativ eh schon da ist, Politik redet er nur und macht nix.
00:37:06: In dem man sagt doch wir machen aber wird niemanden überzeugt können sondern man muss erstmal was machen und dann sagen schau!
00:37:15: Wir haben etwas gemacht.
00:37:17: Und wenn es was Kleines ist Also vielleicht ein Beispiel aus dem Dorf in dem ich bin dahin gezogen vor sechs Jahren und unter aller Beteiligung von mehreren Grünen Mitgliedern wurde ein K-Sharing gegründet.
00:37:35: Ohne
00:37:35: Gemeinderatsbeschluss?
00:37:36: Ohne
00:37:36: eine Gemeinderat Beschlüssel und das hat einfach einen FV ist, der funktioniert.
00:37:41: Und als ... Das war bevor ich da gewohnt habe schon... Also der dann funktioniert hat, hat man vom Gemeinderate die Genehmigung bekommen drei Parkplätze reserviert zu kriegen im Dorf.
00:37:55: also wenn die sehen dass was funktioniert dann sind auch die anderen Parteien eher bereit zuzustimmen, weil sie sehen eben da profitieren viele Menschen.
00:38:11: Okay das heißt Listening.
00:38:13: ich muss schon auch dann erzählen mit Worten aber ich muss auch ins Doing kommen was machen und etwas erlebhaftes sozusagen schaffen.
00:38:26: trotzdem würde mich nochmal interessieren Wie wenn wir noch mal beim Telling bleiben, beim Erzählen bei den Worten.
00:38:34: Wie mache ich denn daraus eine Geschichte die dann Menschen wirklich auch berührt und erreicht?
00:38:38: Also ich habe manchmal so den Eindruck hab' ich neulich mit meiner besten Freundin auch darüber gesprochen jetzt zum Beispiel irgendwie so Bildungsgerechtigkeit Klimaschutz oder sie hatten vorhin auch so gesundes Essen.
00:38:52: Natürlich will ich mich gut ernähren und ich will auch, dass es den Tieren gut geht.
00:38:56: Und das ist ja dann für meine Gesundheit gut.
00:38:59: Das ist fürs Klimagut.
00:39:01: aber also muss ich auch selber von mir sagen hat es irgendwie so abgedroschen.
00:39:06: Es hat man schon tausendmal gehört.
00:39:07: Wenn ich Bildungsgerechtigkeit höre, dann weckt es jetzt keine großen Emotionen wo ich sage da bin ich dabei.
00:39:14: Also wie erzählt man sich denn so eine Geschichte?
00:39:16: Und warum zum Beispiel Yes We Can ist ja sowas Wo man sagt, ja das das ketscht mich irgendwie obwohl ich eigentlich gar nicht genau weiß.
00:39:27: Also darin.
00:39:28: Genau also ich meine es kann ja alle so nichts heißen.
00:39:31: Es hat doch schon auch irgendwie was mit Sprache wirklich zu tun.
00:39:35: oder braucht es nicht ein bisschen Pathos wo wir Deutschen uns manchmal etwas schwer
00:39:40: ist?
00:39:40: Es braucht ein bisschen pathos.
00:39:44: Jetzt wie Kenntes war ja so'n Aufbruch nach vielen, vielen Jahren Republikaner Präsidentschaft endlich wieder Demokraten und endlich zum Beispiel ein nicht weißer Präsident.
00:40:00: Also alles Sprachsofern von Aufbruch.
00:40:02: Da kommen dann ganz viele Zeichen dazu.
00:40:05: Und das zu finden, würde ich sagen gibt es keinen dedektiven Weg jetzt sondern kann nur ein Momentum sein dass man vielleicht finden muss was einem aber hilft wenn man weiß Was ist eigentlich das, was die Leute wirklich beschäftigt im Moment?
00:40:24: Und dann muss man natürlich diese Geschichte wirklich erzählen.
00:40:31: und ein gutes finde ich.
00:40:36: Zu Beginn der Ampelkoalition war schon so etwas da.
00:40:40: Das wurde dann bloß ausgebremst durch Ukrainekrieg.
00:40:47: Das war schade, dass das so passiert ist.
00:40:49: Weil da hätte sowas sein können und ich weiß auch nicht wie man das anders hätte machen können.
00:40:59: Ich glaube, da wäre jeder überfordert gewesen, das anders zu machen.
00:41:03: aber es immer auch so Kairos die Gunst der Stunde Da war nicht irgendwas erwischt.
00:41:13: Aber ich muss es immer wieder versuchen und habe vielleicht irgendwann Glück.
00:41:17: Das finde, wo viele Leute mitgehen dann.
00:41:23: Ist es auch wenn ich jetzt an Obama denke.
00:41:25: oder wenn sie Ampelkoalition sagen würde ich schon sagen mag man von allen Beteiligten so ein bisschen jeder halten was er will aber das waren schon auch irgendwie die richtigen Akteure.
00:41:36: also Christian Lindner ist jetzt zum Beispiel auch ein charismatischer Redner gewesen.
00:41:40: Annalena Baerbock Robert Habeck waren auch gute Kommunikateure.
00:41:44: muss also muss so narrativ auch immer auf die Person zugeschustert sein, dass man sagt also nicht jeder kann das gleiche Narrativ erdeln und es muss auch irgendwie so eine persönliche Story sein.
00:41:58: Was ja bei Obama zum Beispiel auch?
00:42:00: Absolut!
00:42:01: Also ist es sehr wichtig, dass es authentisch rüber kommt und nicht einfach irgendwas ist was jemand jetzt einfach erzählt weil's zum Parteiprogramm passt oder zum Koalitionsvertrag passt, sondern das muss authentisch rüberkommen.
00:42:21: Und da hat Habeck
00:42:23: z.B.,
00:42:25: ist da wirklich authentisch drübergekommen am Anfang.
00:42:29: Das wurde dann einfach ... Vielleicht war er auch überfordert in diesem Heizungsgesetzthema.
00:42:36: Da wurde es aber eher von außen vertritt.
00:42:41: also zur Identifikation vom Narrativgehörner immer zwei Seiten.
00:42:47: der das Narrativ vertritt und die anderen, die dieses Narrativ auch erzählen.
00:42:52: Und erst wenn da ein Gleichklang da ist, dann ist es wirklich so einen Aufbruchsnarrativ, dass dann wie Yes wir kennen... Das hat da gefehlt!
00:43:04: Also da hat Bildzeitung und andere mit dem Heizungshammer usw.
00:43:09: sofort dagegen gespielt und das dann auch mitgekillt ein Stück weit.
00:43:16: Es ist immer ein gesellschaftlicher Prozess, man hat es nie selber allein in der Hand.
00:43:20: Das wäre so schön wenn wir sagen können ich entwickel jetzt einen Narrativ das zum Aufbruch in die Zukunft einlädt und Ich kann das steuern wie das funktioniert.
00:43:32: Gehören immer die anderen auch dazu kommt's da an.
00:43:36: Und darum ist es mit dem Storylisting so wichtig weil dann weiß ich zumindest dass es bei einem Teil der Bevölkerung ankommt wenn ich vorher gehört habe, wo die stehen.
00:43:49: Umgekehrt ist aber schon auch so das Narrativ wird nicht zu mir kommen.
00:43:52: Ich muss mir schon auch vornehmen es zu entwickeln und sowas wie mit dem Listening muss ich ja auch ganz aktiv in die Erforschung eigentlich.
00:44:01: Eigentlich ist das eine Vorbereitung dass wir sagen diese vier Elemente des Narrativen baut also Story listening, Story doing, also Erlebnisse schaffen, Story telling und Story-Co-Creation, also gemeinsam dann auch was zu entwickeln.
00:44:19: Und nicht eben dieses Narrativ nur im stillen Camerlein sondern über das Storyliste und dann vielleicht und überall in Beziehung mehrere Menschen das dann gemeinsam zu entwickeln.
00:44:31: Wenn man das macht, dann könnte man wenn alle Umstände auch noch stimmen und mal Glück hat, könnte mal wieder was ein positives zukunftsnarrativ, proaktives zukunftsnarrativ und nicht immer nur diese verhindere narrative wie wir sie dominant haben in unserer gesellschaft.
00:44:55: Ich finde das ist ein wunderbares schlusswort und Sie haben uns ganz viele hausaufgaben mitgegeben aber auch einen roten faden wie wir da ganz konkret loslegen können.
00:45:04: vielen dank dass sie hier waren herr miller.
00:45:06: danke für die eiladung und ich hoffe die gedanken können weiter.
00:45:17: Nach dem Gespräch mit Professor Dr.
00:45:18: Michael Müller irgendwie ganz beseelt muss ich sagen, weil bei einigen Punkten die ich jetzt auch mit euch schon so geteilt habe was wir konkret verändert haben mich auch bestätigt fühle muss ich ganz ehrlich sagen denn wenn man seinen Ansatz konkret oder konsequent zu Ende denkt dann heißt es schon auch dass wir eine andere Art von Politik machen müssen oder Politik anders denken und machen müssen.
00:45:46: Das heißt für mich zum Beispiel, dass wir viel weniger so diese Vorstellung haben müssen, das wir als Politik die ganze Zeit auf Sendung sind.
00:45:55: Wir müssen viel mehr zuhören und ich finde es ist auch eine gute Message, die oft so denken, für Politik bin ich vielleicht gar nicht extrovertiert genug.
00:46:05: Das ist häufig was, was ich neulich z.B.
00:46:07: wieder beim Girls Day gehört habe ob man irgendwie auch so ein bestimmtes Temperament in der Politik sein muss.
00:46:16: Nein, muss man nicht!
00:46:18: Alle sind da gefragt und gerade auch dieses Temperament was gut zuhören kann ist genau für diesen Fall auch richtig gut gemacht und sollten wir viel mehr in der Politik haben.
00:46:29: Das zweite ist auch wenn wir Leuten erstmal zuhörn wollen und daraus auch wieder etwas ableiten wollen dann müssen Zeit und Räume schaffen, dass diese Prozesse auch stattfinden können.
00:46:47: Das ist eben nichts was ich in der zweistündigen Workshop Phase oder einem zweitägigen Klausurtag irgendwie mal am Reisbrett herstellen werde sondern da muss sich immer wieder auch so ein bisschen absichtslose Zeit da haben um nachdenken zu können um den nächsten Schritt planen zu können.
00:47:13: Ja, wo auch solche Begegnungen irgendwie entstehen können.
00:47:16: Wo wir eben vielleicht auch uns weniger die Kalender vollknallen mit Terminen und das nehme ich auch für mich nochmal mit Mich freut es dass wieder auch schon Mit dieser mit dieser neuen Event Reihe mit dem Co-Creation was er auch erwähnt hatte angefangen haben Dass wir viel mehr gerade wenn man eben auch in der Opposition ist gucken.
00:47:38: wo kann Ich denn nicht nur Veränderungen in Worten behaupten, sondern wie kann ich sie eben auch leben und schon entstehen lassen.
00:47:48: So dass Menschen merken wenn du jetzt an der Regierung wärst Wie würde sich das anfühlen?
00:47:54: Was würdest du und wie würdest Du Politik vielleicht auch ganz anders machen?
00:47:58: was würde da entstehen?
00:47:59: Ich glaube dass es sich da total lohnt Formate anders zu konzipieren.
00:48:05: aber eben auch was ich erzählt hatte von meiner Parteifreundin, das war in dem Fall Ronja von Wurm Seibel aus Fürstenfeld-Bruck die eben zum Beispiel diesen Raum gestaltet hat und auch da für UnterstützerInnen, für Parteiffreunde diese Gelegenheit geschaffen hat.
00:48:24: Dass man wirklich was machen kann, was ja auch irgendwie über den eigentlichen Wahlkampf hinaus trägt.
00:48:30: Die haben jetzt diesen Raum aufbereitet, angemietet und da kann jetzt eben auch ganz viel stattfinden.
00:48:39: Auch für die Zivilgesellschaft.
00:48:40: Und das ist ein Ort an dem wirklich Veränderungen gelebt wird weil dort zum Beispiel auch Veranstaltungen, Sitzungen oder Begegnungen eben stattfinden können.
00:48:52: Das ist etwas ganz Sichtbares im Stadtbild was eben auch vielen über den Grünen hinaus eine Mehrwertschaft Und das kann eben was im Stadtbild sein, was ganz konkret ist oder die Art und Weise wie wir in die politische Auseinandersetzung in politische Formate gehen.
00:49:12: Dass man da so ein bisschen spürt, was genau würdest du da eigentlich anders machen?
00:49:18: Wie fühlt sich das auch anders an?
00:49:21: Ich freue mich wenn ihr bei der nächsten Folge wieder einschaltet!
00:49:25: Bis dahin passt auf euch auf.
Neuer Kommentar